Wegberg: Wegberger Feuerwehrhaus wird 90.000 Euro teurer

Wegberg : Wegberger Feuerwehrhaus wird 90.000 Euro teurer

„Das Kind ist in den Brunnen gefallen!“ So bezeichnete Thomas Nelsbach (Freie Wähler) einen Sachverhalt, den die Stadtverwaltung Wegberg mit „nicht mehr steuerbar“ beschreibt. Im Haupt- und Finanzausschuss beschäftigte sich die Wegberger Politik mit einer Dringlichkeitsentscheidung zur Erweiterung des Klinkumer Feuerwehrhauses. Das wird mehr als 90.000 Euro teurer als geplant.

Woran das liegt, hatte die Verwaltung minuziös aufgelistet. Der dickste Batzen bei den Mehrkosten (34.500 Euro) betrifft die Erneuerung der weitgehend zerstörten Parkfläche. War die Stadt bei den Planungen noch davon ausgegangen, als Zufahrt zur Baustelle das städtische Gelände der ehemaligen Grundschule Klinkum nutzen zu können, haben sich die Voraussetzungen während der Bauzeit am Feuerwehrhaus geändert.

Die Schule wurde inzwischen an einen Investor veräußert und abgerissen. Die Bauarbeiten für das hier geplante zahnmedizinische Zentrum wurden ebenfalls begonnen. Deshalb wurde erforderlich, die Baustelle über die bestehende Parkplatzfläche anzufahren, und der Parkplatz wurde von den schweren Baustellenfahrzeugen ruiniert.

Das hätte man vor Verkauf des städtischen Grundstücks vertraglich regeln müssen, kritisierte Petra Otten (CDU) und war mit dieser Meinung nicht alleine. Zudem verteuerte sich der Rohbau um rund 12.000 Euro, die Elektroinstallationen um etwa 11.000 Euro, das Heizsystem um rund 5000 Euro — elf Gewerke führt die Stadt Wegberg auf, die nicht im Plansoll geblieben sind. „Völlig unbefriedigend, aber nicht mehr zu ändern“, resümierte Sven Müller-Holtkamp (FDP), Dr. Monika Broy (SPD) mahnte an, die Plangrößen zu überprüfen. Versäumnisse, die in Zukunft unbedingt vermieden werden müssen, da waren sich alle Fraktionen einig.

Trefflich streiten ließ sich hingegen bei den Mehrkosten, die noch beeinflusst werden können, weil sie baulich nicht zwingend erforderlich sind. Auch wenn sie einen vergleichsweise bescheidenen Kostenaufwand (13.362 Euro) zur Gesamtsumme darstellen. Es ging um ein Vordach, einen elektronischen Zylinder an der Eingangstür, den Pflasterbelag anstelle einer Wegedecke am Parkplatz und die Extra-Ausstattung der Spinde. Ob Standards für künftige Entscheidungen geschaffen würden, fragte sich Nicole von den Driesch (AfW). Letztlich stimmte der Ausschuss aber jedem Mehraufwand zu, weil die Maßnahmen für sinnvoll erachtet wurden.

Das Gebäude werde im Dezember fertiggestellt und in Betrieb genommen, teilte die Stadt Wegberg mit. Auf 422.580 Euro für das Gebäude zuzüglich 11.600 Euro für die Möblierung werden sich die Gesamtkosten (ursprüngliche Planung 335.000 Euro) belaufen. 250.000 stehen im Haushaltsplan 2017 zur Verfügung.

Die fehlenden Mittel kommen aus der „Straßendeckensanierung Bergstraße“, die mit einem deutlich geringeren Kostenaufwand als geplant realisiert werden konnte, und aus der Verschiebung der Arbeiten auf der Beecker Straße, die in diesem Jahr nicht mehr in Angriff genommen werden.