Wassenberger CDU setzt auf Marcel Maurer als Bürgermeisterkandidat

Bürgermeisterkandidat : Kampfabstimmung: CDU schickt Marcel Maurer ins Rennen

Mit Marcel Maurer wird die Wassenberger CDU nach knappem Abstimmungsergebnis in den Wahlkampf ziehen um die Nachfolge von Bürgermeister Manfred Winkens, der bei der Kommunalwahl im September 2020 nicht mehr antreten wird.

Der 44 Jahre alte Jurist, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Effeld lebt, konnte sich in der Aufstellungsversammlung gegen Frank Winkens durchsetzen. Für Maurer stimmten in geheimer Wahl 120 oder 54,1 Prozent der 222 anwesenden Mitglieder, für Winkens 102. Alle Stimmen waren gültig, keiner der Anwesenden stimmte mit Nein oder enthielt sich der Stimme.

„So etwas hat es in der Wassenberger CDU noch nicht gegeben“, staunte auch Peter Weyermanns, Geschäftsführer des CDU-Stadtverbands, von der Bühne aus in die Mensa der Birgelener Grundschule, wohin die Wahl schon vorsorglich aufgrund der erwartet großen Teilnahme verlegt worden war. Er hatte sogar in alten Unterlagen des Stadtverbands recherchiert und stellte fest: „Mehr als 103 Teilnehmer hatten wir noch nie!“ Grund für den schnellen Zuwachs war die Werbung beider Kandidaten um neue Mitglieder gewesen, wobei es auch zu heftigen Diskussionen um zwischenzeitliche Austritte und Wiedereintritts-Anträge gekommen war, die von der Kreisvorsitzenden-Konferenz vor der Aufstellungsversammlung nicht mehr angenommen worden waren.

Vor der Wahl hatten sich beide Kandidaten den Mitgliedern für jeweils zehn Minuten noch einmal vorgestellt. Maurer stammt aus Meckenheim bei Bonn. Der Liebe wegen verschlug es ihn nach Effeld. In Heinsberg hat er seine Anwaltskanzlei. Im Alter von 17 Jahren schon sei er in die CDU eingetreten, berichtete er weiter, und wegen der Parteispenden-Affäre für drei Jahre zwischendurch ausgetreten. Derzeit ist er Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtrat.

„Was mich antreibt, Bürgermeister werden ist zu wollen, ist, dass ich Gestalter und nicht Mangelverwalter sein will“, erklärte er. So habe er die Möglichkeit, an der Spitze der Bürgerschaft die Zukunft der Stadt aktiv zu beeinflussen, wie man es in den vergangenen 15 Jahren unter der Ägide von Bürgermeister Manfred Winkens habe erleben können. Ihm sprach er – wie zuvor schon Gemeindeverbandsvorsitzender Dirk Schulze – in seiner Begrüßung seinen ausdrücklichen Dank für die geleistete Arbeit aus.

Seine Zukunftsvision für Wassenberg verband Maurer mit dem Begriff Heimat: „Der Bürgermeister ist der Heimatbeauftragte schlechthin“, sagte er. Für ihn verbinde sich der Begriff mit der Sorge um bezahlbaren Wohnraum, eine gute Betreuung in Kitas und Schulen oder eine Nahversorgung ebenso wie mit der Vorgabe, alle Bürger an Entscheidungen teilhaben zu lassen oder die Vereine noch stärker zu fördern. „Die Vereine spielen eine überragende gesellschaftliche Rolle“, betonte er. Niedrige Steuern, eine umsichtige Ausgabenpolitik, die Belebung der Innenstadt, eine motivierte Freiwillige Feuerwehr oder ein verstärkter Naherholungscharakter waren weitere Stichworte. „Heimat bedeutet all das, was unsere Stadt lebens- und liebenswert macht“, so Maurers eigenes Resümee. „Es wäre mir eine Ehre, wenn ich diese Ziele an der Spitze von Rat und Verwaltung mit den Bürgern verwirklichen dürfte.“

Frank Winkens (55), derzeit stellvertretender Bürgermeister, hatte in seiner Rede noch einmal hervorgehoben, dass ihm die Außenorte von Wassenberg genau so am Herzen liegen würden wie die Oberstadt, in der er lebt, oder die Unterstadt. „Ich werde die Werte der CDU auch in Zukunft vertreten, auch bei einer anderen Entscheidung“, hatte er schon vorab hinzugefügt.

Maurer versprach nach seiner Wahl, alles dafür zu tun, dass auch diejenigen, die ihn in der Versammlung nicht gewählt hätten, später sagen könnten: „Den hätten wir auch wählen können.“ Kreisvorsitzender Bernd Krückel, der die Versammlung leitete, appellierte an Geschlossenheit in der Wassenberger CDU. „Wenn Sie vor 16 Jahren nicht geschlossen hinter Manfred Winkens gestanden hätten, wäre dessen Erfolg nicht möglich gewesen.“ Daran gelte es jetzt in Einigkeit und geschlossenem Auftreten anzuknüpfen. Einen „wahren Verlierer“ gebe es eigentlich nicht, pflichtete ihm Dirk Schulze bei. „Wenn man sieht, wie viele Mitglieder heute hier sind, können wir davon nur alle gemeinsam profitieren.“