Wassenberg: Scharfe Chili und zauberhafte Erdbeeren

„Gartenzauber“ : Scharfe Chili und zauberhafte Erdbeeren

Bestes Pflanzwetter lockte am Sonntag schon vor der offiziellen Eröffnung viele Besucher zum „Gartenzauber“ auf den Wassenberger Roßtorplatz. Danach gab es schnell kaum noch einen freien Platz, wo blühende Stauden, Grünpflanzen, Kräuter und vielerlei Dekorationsideen an den Ständen auf ihre Käufer warteten, die Experten dahinter jede Frage geduldig beantworteten und gute Tipps für die Gartengestaltung bereithielten.

Zum ersten Mal bei der inzwischen sechsten Auflage des Marktes dabei war Yvonne Velhuis, die aus Cadier en Keer in der Nähe von Maastricht nach Wassenberg gekommen war. „Das ist nicht so groß hier und ganz gemütlich“, blickte sie über den Platz und freute sich über ihren Stand in der Mitte des Marktes. Sie hatte ausschließlich Wildpflanzen im Angebot. „Selbst gesammelt, gesät oder auch mit Kollegen getauscht“, erklärte sie zur Herkunft ihrer Naturschätze, die teilweise Seltenheitswert hatten wie zum Beispiel ihr „Dalkruid“, auf Deutsch die zweiblättrige Schattenblume. „Die findet man nur im Wald, unter Eichen“, sagte sie.

Schräg gegenüber drängelten sich die Besucher vor den Pflanzen unzähliger Sorten von Tomaten, Paprika und Chili, letztgenannter in Sorten von Assam aus der gleichnamigen Provinz in Indien bis hin zu „7pot Jonah“, der zu den schärfsten Pflanzen seiner Art zählt und bis zu sieben gefüllte Kochtöpfe gut würzen soll, wie es in der Beschreibung hieß.

Gleich daneben hatten Beatrix und Heinz-Peter Stolz aus Wassenberg ein Heimspiel. Auch sie waren mit ihren ganz besonderen Staudenexemplaren zum Markt gekommen. Sie habe auch viele ausgefallene Blattpflanzen, erzählte Beatrix Stolz. „Aber hier wollen die Leute etwas Blühendes“, betonte sie. Mit den anderen Pflanzen besuche sie dann eher die Raritätenbörse im Essener Grugapark. „Das ist was für die Bienen“, erklärte ihr Mann derweil einem Besucher, der sich für eine große Kratzdistel interessierte.

Beatrix Stolz (links) hatte wieder einmal ein Heimspiel mit ihren ausgefallenen Stauden, die direkt aus Wassenberg kommen. Foto: Anna Petra Thomas

Wieder mit dabei war schließlich auch die Waldorfschule, die sogar frisch gebundene Blumensträuße gegen eine Spende an die Besucher abgab und Interessantes aus ihrem Schulfach Gartenbau zu berichten hatte. Abgerundet wurde das Angebot in Wassenberg durch Nistkästen, Windlichter und weitere Dekorationsideen aus Holz oder Ton. Schön anzusehen waren auch die Blumenarrangements, mit denen die auf dem Platz ansässigen Gastronomen ihre Terrassen verschönert hatten. Weiter gab es geführte Gartenpark-Spaziergänge mit Westblicke-Gästeführerin Therese Wasch und Gartenbautechniker Volker Rütten sowie einen Workshop für Baum-Yoga mit Lydia Sorge.

Wer den „Gartenzauber“ ausgiebig erkundet hatte, für den standen dann am Sonntag noch weitere Gärten offen. Susanne und Stefan Marx luden an der Rosenthaler Straße in Birgelen in ihren großen, privaten Landhausgarten ein, zudem präsentierte die Martinus-Schule in Orsbeck ihren Schul- und ihren Sinnesgarten. In Anlehnung an den Wassenberger „Gartenzauber“ war hier vor allem der neue „Erdbeerzauber“ ein Besuchermagnet. Aus einfachen Rohren, liebevoll bemalt, hatten die Schüler Erbeersäulen gefertigt und sie bepflanzt.

Sehen lassen konnten sich aber auch der Schulgarten, das Flachsbeet oder der Sinnesgarten. Schließlich stellten die Schüler ihr eigenes Glücksbuch vor, das parallel zur Glückswoche in der Stadt Wassenberg entstanden war. Auch während der Ferienspiele in den Osterferien habe man sich dem Thema gewidmet, erzählte OGS-Leiterin Andrea Fuchsmann. „Von dem Buch bin ich selbst so begeistert, weil wir es wirklich alle zusammen gemacht haben“, sagte sie. Schule und OGS, Kinder und Eltern, sogar der Hausmeister und die Sekretärin hätten eine Seite gestaltet. Der Erlös aus dem Verkauf soll für die Anschaffung eines neuen Spielgeräts auf dem Schulhof genutzt werden.

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