Wassenberg: Neuer Platz ist zu klein für das Festzelt

Marktplatz in Birgelen : Neuer Platz ist zu klein für das Festzelt

Ein bisschen erinnert es an einen Schildbürgerstreich, was bei der Neugestaltung des Birgelener Marktplatzes passiert ist, der Anfang Mai wieder seiner Bestimmung übergeben wurde. Er sollte eigentlich so angelegt werden, dass er künftig an seinem oberen Ende quer einen Platz für das Festzelt der Schützen bei ihrer Kirmes bietet.

Genau 35 Meter ist er breit, genauso lang wie das Festzelt mit seinen sieben Feldern. Aufgestellt werden kann es jetzt dennoch nicht mehr, weil niemand die zusätzlich notwendige Fläche für die Befestigung der Zeltkonstruktion an beiden Enden eingeplant hat. Kein Rathaus ohne Fenster, in das man die Sonne hineintragen müsste wie in Schilda, immerhin.

Aber ein neuer Platz, der von den Schützen aktuell gar nicht genutzt werden kann, der hat Ortsvorsteher Andreas Thißen und viele andere Menschen im Dorf nun doch schon ein paar schlaflose Nächte bereitet. In Längsrichtung wie früher kann das Festzelt nämlich auch nicht mehr aufgestellt werden, denn ein zweites Problem kommt noch hinzu: In der Planung sollte die Stellfläche des Festzelts ein Gefälle von maximal 40 Zentimetern haben. Tatsächlich hat der Platz aber dort in der Diagonale über die gesamte Länge ein Gefälle von 72 Zentimetern, wie eine Messung ergeben hat. Das sogenannte Prüfbuch für die Aufstellung des Zeltes lasse jedoch nur 50 Zentimeter Höhendifferenz zu, weiß Gerhard Laurich, der Geschäftsführer der Schützenbruderschaft St. Lambertus.

Wer nun die Schuld an dem etwas zu schmalen Platz hat, da gehen die Meinungen auseinander. Laurich betont, man habe von Anfang an immer wieder darauf hingewiesen, dass das Zelt 35 Meter lang sei und dann noch befestigt werden müsse. Willibert Darius, Kämmerer der Stadt Wassenberg, und der Ortsvorsteher sehen das anders. „Das geht zu Lasten der Bruderschaft“, sagt Thißen. Lange seien die Pläne mit dem 35-Meter-Maß für den Platz bekannt gewesen. Das hätten die Schützen monieren müssen. „Die Maßangabe war einfach nicht richtig“, betont Planer Joachim Scheller.

Das zu starke Gefälle des Platzes erklärt Scheller mit der auf dem Platz vorgefundenen Situation. Maßgeblich seien zunächst die vorhandenen Zufahrten für die Feuerwehr gewesen. Am oberen Ende habe ein alter Baum erhalten werden sollen. Somit waren Höhen vorgegeben, die nicht ohne Weiteres zu verändern waren. Diese Bausituation vor Ort habe man berücksichtigt. So habe sich das tatsächliche Gefälle ergeben.

Eine Lösung ist jedoch inzwischen gefunden, in zweifacher Hinsicht. Anfang November geht der Platz nun quasi in seine zweite Bauphase. Richtung Kindergarten wird er noch einmal um 1,50 Meter verbreitert, um dann ausreichend Platz für das Festzelt inklusive Befestigung zu bieten. Die dort oben bereits eingebauten Versorgungsschächte für Strom und Wasser können verbleiben, weil sie hinter dem Zelt liegen. Neu platziert werden müssen jedoch drei Bäume und zwei Laternen. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt. „Kostenneutral“, so Scheller, sei für die Stadt hingegen der in der Höhe zu korrigierende Pflasterbelag im Bereich des Zeltstellplatzes. Der alte Baum könne auch weiterhin bleiben, erklärt er. Die Lösung sei eine „kleine Delle“ im Pflasterbelag, durch die sich das Zelt jedoch künftig wieder ohne Probleme aufstellen lasse.

Überlegt worden sei zunächst die Anschaffung einer Platte, um den Höhenausgleich beim Zeltbau zu schaffen. Dies habe aber das Bauamt des Kreises nicht genehmigt, erklärt Scheller. Die Vorgaben für den Zeltbau würden dies aber auch nicht zulassen, ergänzt Thißen.

Für die Herbstkirmes, die von den Schützen Mitte September gefeiert wird, ergibt sich kein Problem, da sie ihr Zelt auf einer Wiese am Ende des Dämmerweges bauen können. „Dadurch entstehen für uns jetzt nur zusätzliche Kosten für die Verlegung von Strom und Wasser sowie für die Entsorgung“, erklärt Laurich. Vorteil des Umzugs ist für die Schützen jedoch, dass sie ein wesentlich größeres Zelt bauen können. Immerhin haben sie, sagt Schützen-Geschäftsführer Laurich, schon jetzt rund 650 Eintrittskarten verkauft für den Oktoberfest-Abend mit der Band „Wir sind Spitze!“