Wassenberg: Große Wassermengen machen Kanalsanierung aufwendig

Bauarbeiten : Große Wassermengen machen Kanalsanierung aufwendig

Eine recht aufwendige Sanierung steht in der Wassenberger Innenstadt an. Kanal, Hausanschlüsse, Gehwege, Beleuchtung und verkehrsberuhigende Elemente sollen auf dem 300 Meter langen Abschnitt des Forster Weges zwischen L117 und Breitem Weg gebaut bzw. erneuert werden.

Dabei bereitet der Kanal den Verantwortlichen die größten Sorgen. Hintergrund ist, dass der alte Kanal in sehr schlechtem Zustand ist. Die in die Jahre gekommenen Rohre seien teilweise der Länge nach gerissen, sagte Alwin Gietemann, dessen Geilenkirchener Ingenieurbüro die Pläne erarbeitet hat.

Das führe dazu, dass der Kanal einerseits statische Mängel habe und andererseits undicht sei. Letzteres gelte wohl auch für die Hausanschlüsse der Anwohner. Auch die Fahrbahnoberfläche und die teils unsicheren Fußgängerwege machten die Straße zum „Sanierungsfall“, sagte Gietemann.

Die Arbeiten an dem Kanal im Forster Weg werden wohl einigermaßen aufwendig, da das Abwasser der gesamten Innenstadt und aus einer Pumpstation in Birgelen durch diesen Kanal fließt. Schon bei trockenem Wetter fließen 50 Liter Wasser pro Sekunde durch den oberen Abschnitt des Kanals, weiter unten nahe des Kreisverkehrs sind es 100 bis 140 Liter. Gietemann sagte, dass man 50 Liter Wasser pro Sekunde während der Bauarbeiten über eine Pumpe abführen könne. Im unteren Teil sei eine provisorische Leitung nötig, um am Kanal arbeiten zu können.

Bei schlechtem Wetter sei jedoch nicht mehr an Arbeit an dem 1,2 Meter hohen Kanalrohr zu denken: Dann flössen dort unter Umständen 3000 Liter pro Sekunde durch. Deshalb sei der Baufortschritt sehr stark witterungsabhängig, sagte Gietemann. Er geht von einer siebenmonatigen Bauzeit aus. In dieser Zeit sollen dann auch die Fahrbahn erneuert, 1,80 bis zwei Meter breite Gehwege angelegt und tempodrosselnde Fahrbahnverengungen angelegt werden.

Der Radweg soll von der L117 ein Stück den Forster Weg hinauf verlängert werden. Hintergrund ist, dass an einem Weg, der nahe des Kreisverkehres vom Forster Weg abzweigt, ein Kindergarten gebaut werden soll. Die Planer möchten den Eltern ermöglichen, ihre Kinder über den Radweg bis zur Kita zu bringen.

Als Gietemann diese Pläne nun im Bauausschuss vorstellte, waren auch einige Anwohner des Forster Weges im Rathaus. Sie interessierten sich naturgemäß für die Kosten, die wegen des Ausbaus auf sie zukommen. An dieser Haupterschließungsstraße seien das 30 Prozent der Kosten für die Fahrbahn und die Beleuchtung und 50 Prozent der Kosten für die Nebenanlagen, sagte Kämmerer Willibert Darius. Da aktuell auf Landesebene über eine Neuordnung der Straßenausbaubeiträge diskutiert werde, könnten auch die Anwohner des Forster Weges von möglicherweise günstigeren Regelungen profitieren.

Der Rat soll am Donnerstag, 13. Dezember, das Bauprogramm beschließen, eine Ausschreibung soll direkt im Anschluss veröffentlicht werden, teilte die Verwaltung mit.

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