Wassenberg: Der Hauptpreis geht nach Effeld

Heimatpreis in Wassenberg : Der Hauptpreis geht nach Effeld

Auf drei Preisträger hat die Stadt Wassenberg die ihr vom NRW-Heimatministerium zur Verfügung gestellten 5000 Euro für den ersten Heimatpreis verteilt. Im Rahmen einer Feierstunde auf Burg Wassenberg übergab Bürgermeister Manfred Winkens die Plakette für den ersten Preis zusammen mit 2500 Euro an die Interessengemeinschaft Effelder Leben (IGEL).

Sie besteht derzeit aus rund 20 Ehrenamtlern, die sich innerhalb des Vereins Naturfreunde Effeld zusammengefunden haben, um das soziale Miteinander im Dorf zu verbessern.

„Ziel ist es, einen Treffpunkt mit Gelegenheit zum Einkaufen in Effeld zu schaffen“, erklärte Winkens in seiner Laudatio. Dabei solle das Angebot über die Errichtung eines reinen Dorfladens hinausgehen, etwa durch das Angebot von Dienstleistungen oder die Einrichtung eines Cafés als sozialer Treffpunkt. „Dadurch sollen auch Zugezogene besser in das Dorfleben und die bestehende Gemeinschaft integriert werden“, so Winkens.

Ewald Schmitz als Sprecher von IGEL nahm den Preis zusammen mit dem Naturfreunde-Vorsitzenden Bert Ramakers entgegen. Nach einer ersten Bürgerversammlung sei inzwischen eine Befragung in allen mehr als 400 Haushalten durchgeführt worden, mit einem Rücklauf von 86 Prozent, erklärte Schmitz. 73 Effelder würden sich als Ehrenamtler einbringen wollen, 102 als Mitglieder in einer noch zu gründenden Genossenschaft.

Die Befragung werde derzeit wissenschaftlich ausgewertet. Bei einem positiven Ergebnis solle es zunächst eine weitere Bürgerversammlung geben, bei der dann als nächster Schritt ein eigener Verein gegründet werden könne. Auch die Entscheidung für einen Standort hänge von der Auswertung ab, erklärte Schmitz. Wenn die Effelder zum Beispiel keinen Bedarf an Fleisch, Käse oder Getränken sähen, könne die Ladenfläche kleiner gewählt werden, ansonsten müsse sie entsprechend größer sein. „Der Tante-Emma-Laden kommt zurück“, formulierte er den positiven Blick von IGEL in die Zukunft. Das Preisgeld werde bei der weiteren Arbeit sehr helfen, denn derzeit sei das ganze Engagement noch privat finanziert. „Ich war ein bisschen skeptisch“, räumte Winkens ein. Wenn er aber diese Zahlen höre, sei er doch sehr zuversichtlich.

Den zweiten Preis, dotiert mit 1500 Euro, nahm Vorsitzender Walter Bienen für den Heimatverein in seinem neuen „Sonntagskostüm“, wie es Winkens nannte, entgegen. Als Walterus, der Stadtschreiber von Wassenberg, will Bienen künftig im Rahmen des Projekts „Lebendige Stadtgeschichte“ die Besucher durch Wassenberg führen und ihnen dabei auch die neue Augmented-Reality-App „Wassenberg AR“ näherbringen. Mit ihrer Hilfe erklärt Ritter Gerhard an der Burg, am Bergfried, am Verlorenenturm und am Roßtor Wassenberger Stadtgeschichte.

Über den dritten Preis und 1000 Euro freute sich Marko Göbels, Vorsitzender des Dorfverschönerungsvereins Ophoven. Der Verein lege Beete an, errichte Ruhebänke, kümmere sich um die Instandhaltung des Dorfbrunnens, nannte Winkens, der selbst seit 69 Jahren in Ophoven lebt, nur einige Beispiele. Das Besondere am Vereinsleben sei, dass hier junge und alte Dorfbewohner gemeinsam aktiv seien. „So lernen die Kleinsten schon durch erfahrene Gärtner etwas über die Fauna und Flora“, erklärte er.

Insgesamt habe es sechs Bewerbungen gegeben, hatte Bürgermeister Winkens zuvor erklärt. Sie seien von einer Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Beirates der Kunst, Kultur und Heimatpflege Wassenberg gGmbH, bewertet worden. Zu den Kriterien nannte er Stichworte wie Brauchtum, Identität, Tradition oder Verwurzelung. Der Heimatpreis solle neben Lob und Anerkennung auch Ansporn sein, hatte er betont.

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