Waldfeucht: Weiher am Bolleberg verliert Wasser

Freizeitzentrum in Waldfeucht : Weiher am Bolleberg verliert Wasser

Wer zuletzt im Freizeitzentrum am Bolleberg in Brüggelchen unterwegs war, dem wird der schlechte Zustand des Weihers gleich an dem dortigen Restaurant aufgefallen sein. Die Gemeinde arbeite aktuell an einer Lösung, sagt Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (CDU).

Die SPD ließ ihren Unmut über den aktuell wenig herzeigbaren Weiher nun auch in einen Antrag münden, in dem sie eine Ertüchtigung des Freizeitzentrums und der nahen Motte fordert.

Thorsten Neumann (SPD) teilt mit, dass sich Motte und Weiher in einem „bedauernswerten Zustand“ befänden. „Der Weiher am Freizeitzentrum ist trockengelaufen, die Anbauten am Ufer sind baufällig, das Ufer ist durch Hundekot massiv verunreinigt. Rohre liegen offen und sind beschädigt. Die noch vorhandenen Fische vegetieren im Restwasser vor sich hin“, beschreibt er die Lage am Weiher.

Das größte Problem stellt in der Tat der Wasserstand des Weihers dar. Und dafür hat man im Rathaus auch noch keine Lösung parat. Bereits vor sechs bis acht Wochen habe man „mit Erschrecken“ festgestellt, dass der Pegel um etwa einen Meter gefallen sei, sagt Schrammen. Auf der Suche nach einer einfachen Lösung habe man in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde 600 Kubikmeter Wasser in den Weiher geleitet. Das sorgte dafür, dass der Pegel wieder um 90 Zentimeter anstieg. Aber der Erfolg währte nur kurz. Nach gut einer Woche war der Pegel wieder auf den niedrigeren Stand gefallen.

Als Gründe für das Niedrigwasser nennt Schrammen den wegen der Trockenheit in den letzten beiden Jahren abgefallenen Grundwasserspiegel. In einer Tiefe von acht bis zehn Metern fehle Grundwasser. Außerdem sei auch der nahe Bachlauf trocken, sodass der Weiher nicht mit neuem Nass gespeist werde.

Im Raum steht nun die Frage, ob der Weiher erhalten bleiben kann und wie aufwendig und kostspielig eine Rettung des Gewässers wäre. „Ich sehe im Moment noch nicht, wie das zu machen sein sollte“, sagt Schrammen. Man wolle das Thema allerdings noch eingehend mit Experten besprechen. Im Dezember, wenn auch über den SPD-Antrag beraten werde, wolle Schrammen auch erst Lösungsansätze im Rat oder Fachausschuss vorstellen. Ein Option sei auch, den Weiher aufzugeben und den Park zu erweitern. Das Gelände des Freizeitzentrums inklusive Weiher hat drei Eigentümer, die Gemeinde und zwei Privatleute, die bei allen Planungen ins Boot geholt werden müssen.

Die SPD fordert auch, dass die Motte Bolleberg aufgewertet werden soll. Dann könne sie ein attraktives Ziel für die Nutzer des nahen Wohnmobilstellplatzes sein und ihnen „einen positiveren Endruck von unserer Gemeinde“ vermitteln. Auch eine landschaftsplanerische Verbindung vom Freizeitzentrum zur Motte ist Bestandteil des SPD-Antrags. Aktuell sind die beiden Areale durch einen asphaltierten Weg verbunden.

Schrammen sagt dazu, dass die Gemeinde die Aufwertung der Motte bereits vorbereite. 100.000 Euro seien dafür im Haushalt eingestellt. Dafür seien Zuschüsse aus der Heimatförderung des Landes zu erwarten. Mit Fördergeber, Planungsbüro und Bodendenkmalbehörde habe man bereits Abstimmungsgespräche geführt. „Das läuft“, sagt Schrammen. Der Antrag für Zuschüsse – eine Förderung mit 80 Prozent der Kosten ist möglich – sei in Vorbereitung.