Waldfeucht: Neue Mensa für Schulzentrum Haaren

Politiker einig : Neue Mensa für Schulzentrum Haaren in Planung

Dass am Schulzentrum in Haaren eine Mensa für den neuen Teilstandort der Gesamtschule Heinsberg-Waldfeucht gebaut werden soll, darin war sich die Politik bei der jüngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses weitgehend einig.

In der Kritik stand jedoch die Ausgestaltung der vom Hückelhovener Architekturbüro Greven vorgelegten Pläne. Mancher hatte sich wohl eine weniger aufwendige und damit kostengünstigere Variante gewünscht.

Hintergrund der Mensapläne ist, dass das gemeinsame Essen im pädagogischen Konzept der Gesamt-
schule verankert ist. Die Schüler sollen im Rahmen des Ganztagsbetriebes gemeinsam essen – egal, ob sie ihre Mahlzeit in der Mensa kaufen oder sich etwas von zu Hause mitbringen. Und das solle auch am Haarener Standort – genauso wie in Oberbruch – praktiziert werden, teilte die Gemeindeverwaltung in ihrer Ausschussvorlage mit.

Mit dem Mensabau reagiert die Gemeinde gleichzeitig auf einen aktuellen Trend. Denn immer mehr Schüler nehmen das Angebot wahr, in der Schule zu essen. Das liegt auch daran, dass dies mittlerweile schon im Kindergarten Usus ist – auch auf dem Land. In der Grundschule setzt sich das Bild fort. Das zeigen auch die Zahlen der Katholischen Grundschule Haaren: Die OGS nutzt aktuell die im Keller des Schulzentrums eingerichteten Mensaräume.

Im Jahr 2009 hätten bloß drei Kinder das Angebot der Mittagsverpflegung in Anspruch genommen, so die Gemeindeverwaltung. Aktuell seien es 70 Kinder. Insofern ist der Mensabau auch eine Anpassung an die Gegebenheiten der Zeit und eine Aufwertung des Schulstandortes.

Das für die Mensa nötige Gebäude hat das Architekturbüro Greven als circa zehn mal 38 Meter langen, optisch attraktiven, eingeschossigen Bau geplant. Er soll Platz für rund 145 Schüler bieten. Angegliedert an die Küche befindet sich in den Plänen eine Ausgabetheke. Und neben einem großen Raum, in dem sich die Kinder in kleinen und größeren Gruppen zusammensetzen können, gibt es weitere Nutzflächen fürs Spülen, Kühlen und die Technik. Architekt Franz Peter Greven sagte zudem, dass das Gebäude, das angrenzend an ein Biotop geplant ist, zu diesem Waldstück hin „geöffnet“ werden soll.

Das soll mittels großer Fenster geschehen, die einen Blick in die Natur erlauben. Am anderen Ende der Mensa findet man den Eingangsbereich, der durch eine überdachte Terrasse und eine Freifläche mit Sitzgelegenheiten attraktiv wirken soll. Die Gesamtkosten sollen laut Kalkulation der Planer bei knapp 1,6 Millionen Euro liegen.

Diese Summe habe die Verantwortlichen der Gemeinde überrascht, sagte Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (CDU): „Das ist schon eine Hausnummer.“ Er regte zur Diskussion über die Ausgestaltung des Gebäudes an: Muss der Eingangsbereich so aufwendig gestaltet sein? Könnte man die Terrasse nicht weglassen? Und müssen die Fensterflächen so groß sein? Die müssen ja schließlich alle mit großem Aufwand geputzt werden.

Mehrere Ausschussmitglieder kritisierten in der Folge, die in ihren Augen zu hohen Kosten für das Gebäude. Josef Schröders (CDU) schlug etwa vor, einen anderen Standort zu wählen, an dem die Bodenbeschaffenheit weniger Probleme verursacht. Allein für den Rückbau der nicht tragfähigen Schulhofbefestigung und eine Tiefergründung mit Punktfundamenten am Waldrand rechnen die Architekten mit gut 70.000 Euro. Schröders regte auch an, das gesamte Gebäude etwas einfacher und damit günstiger zu planen.

Die Mensa ist – in ihrer aktuellen Planung – fast ausschließlich als Raum für die Mittagsverpflegung nutzbar. Jörg van den Dolder (Grüne) wünschte sich ein flexibleres Nutzungskonzept: „Wenn wir so viel Geld investieren, dann wäre der Schule damit gedient, wenn man die Mensa auch noch anders nutzen könnte“, sagte er. Das würde die Planer jedoch vor neue Herausforderungen stellen, sagte Greven. Schrammen ergänzte, dass es im Gemeindegebiet genügend Veranstaltungsstätten gebe.

Und auch Kämmerer Johannes Blank sprach sich gegen den Vorschlag aus, die Mensa für andere Veranstaltungen zu öffnen. Im Schulalltag sei es schwierig, immer wieder Tische und Stühle hin und her zu rücken. Die Mensa müsse schließlich auch nach größeren Veranstaltungen an jedem Schultag morgens wieder sauber und aufgeräumt sein. „Vor einer Mehrfachnutzung kann ich nur warnen. Das würde uns organisatorisch vor Aufgaben stellen, die wir nicht wollen“, sagte Blank.

Andererseits kam die Anregung, eine zweite Theke für die Essensausgabe einzuplanen, damit die Kinder nicht zu lange anstehen müssen und zu viel Pausenzeit verlieren.

Bei aller lebhafter Diskussion stimmte der Ausschuss dem Mensabau im Grundsatz zu, forderte aber Plananpassungen, die im laufenden Verfahren eingearbeitet werden sollen.

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