Sturmschäden nach „Eberhard“: Wald ist für Spaziergänger derzeit zu gefährlich

Sturmschäden nach „Eberhard“ : Wald ist für Spaziergänger derzeit zu gefährlich

Sturm „Eberhard“, der am Wochenende wütete, blieb auch in der Region nicht ohne Folgen. „In den Wäldern des Kreises ist es zu massiven Windwürfen und Windbrüchen gekommen“, sagt Revierförster Wolfgang von der Heiden. „Viele Bäume sind angedrückt und können auch bei geringer Windeinwirkung nun vollends umfallen.“

Durch umgestürzte Bäume seien viele Waldwege unpassierbar. Dies gelte ebenso für die Reitwege. „Das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde warnt deshalb vor dem Betreten der Wälder im Kreis Heinsberg.“ Erst in zwei bis drei Wochen, so hofft Von der Heiden, sollen die Wege wieder frei und die Gefahr hier gebannt sein.

„Es liegen schätzungsweise 1000 Festmeter Holz am Boden“, vermutet der Förster. Fichten, Pappeln und sogar Eichen fielen dem Sturm zum Opfer. Da werden schnell Erinnerungen wach an den Sturm „Friederike“ vom Januar letzten Jahres. Der Schaden, der damals im Kreis Heinsberg angerichtet worden war, übertraf sogar den, der vor ein paar Jahren durch den bundesweit verheerenden Sturm „Kyrill“ entstand.

Neben dem Schalbrucher Wald waren auch die Waldflächen in Hückelhoven und Wegberg von dem Orkantief extrem betroffen. Durch „Friederike“ seien damals etwa 1500 Festmeter zerstört worden. Auch diesmal sind im Zuständigkeitsbereich von Wolfgang von der Heiden wieder die Teverener Heide und das Waldgebiet Schalbruch besonders betroffen. „Vom letzten Jahr sind die Bestände ausgerissen und bieten dem Wind eine besondere Angriffsfläche.“

Die Lage sei deshalb schwierig, weil es derzeit an Forstwirten fehle. Die meisten, so der Förster, seien bereits in den Hauptschadensgebieten durch die Aufarbeitung von sogenannten Käferbäumen gebunden. „Auch wir sind noch mit riesigen Mengen Holz zugange, die vom Borkenkäfer befallen waren als Folge des heißen und trockenen Sommers.“ Etwa 1000 Kubikmeter müssten einen Käufer finden. „In ganz NRW sind es mehrere Millionen Kubikmeter. Das bindet natürlich Arbeitskraft.“ Und da die Nachwehen des Sommers auch vor den übrigen Ländern in Europa nicht Halt machten, werde der Markt mit Holz überschwemmt.

Für Wolfgang von der Heiden steht augenblicklich allerdings die Sorge um die Waldbesucher im Vordergrund. Geradezu lebensgefährlich sei zur Zeit das Betreten oder Befahren der Wälder, da lose und angebrochene Äste weiterhin nachbrechen könnten.

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