Hückelhoven: Wahrzeichen des Bergbaus vor Generalüberholung

Hückelhoven: Wahrzeichen des Bergbaus vor Generalüberholung

Wer Staatsknete kriegen will, muss erstmal selbst Flocken in die Hand nehmen — das lernt jeder Kommunalpolitiker in seiner ersten Sitzungsperiode. Die Stadt Hückelhoven will Geld — oder wie man das im Verwaltungsdeutsch nennt: Fördermittel — vom Land NRW, um die ehemalige Bergbausiedlung Wadenberg und das Umfeld des denkmalgeschützten Schachtgerüstes zu einem „Quartier“ umzugestalten.

Um in den Genuss dieser Fördermittel zu kommen, muss ein „integriertes Handlungskonzept“ für das Areal entwickelt, ausgearbeitet und vorgelegt werden. Die Stadt hat damit die Aachener Planungsgruppe MWM beauftragt.

Deren Mitarbeiter beschäftigen sich seit dem Frühjahr mit diesem Konzept, haben Bürger befragt und eine Unmenge Daten zum und über das Gebiet mit dem Friedrichplatz als Zentrum zusammengetragen und jetzt den Mitgliedern des Bauausschusses als Grundlage für die endgültige Fassung des georderten „Integrierten Handlungskonzeptes Sophia-Jacoba“ vorgelegt.

Das Quartier Sophia-Jacoba umfasst demnach 3724 Einwohner, was knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung der Stadt entspricht. Das drängendste Problem im Quartier ist zunächst die Sanierung des Förderturmes, des einzigen erhaltenen Zeugnisses aus der Gründungszeit der Zeche.

Zeugnis der Industriegeschichte

„Das Gerüst bildet mit der dazugehörigen Schachthalle, dem Maschinenhaus sowie der Elektrofördermaschine aus dem Jahre 1966 ein Ensemble, das als historisches Zeugnis der Industriegeschichte Hückelhovens erhalten geblieben ist“, heißt es im Entwurf des „Integrierten Handlungskonzeptes Sophia-Jacoba“. Nach vielen Jahren sei jetzt eine „umfangreiche Überholung aller Bauwerksteile nötig“.

Geplant ist daher eine Sanierung aller Anlagenteile. Von Seiten der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur wurde bereits ein Förderantrag zur Sanierung des Denkmals gestellt, er ist inzwischen bewilligt. Mit den Arbeiten wird Ende dieses Jahres oder Anfang des Jahres 2018 begonnen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Gelände an Schacht 3 als besonderer Veranstaltungsort für Musik- und Kinoveranstaltungen sowie Themen-Märkte etabliert. Jetzt soll im Zuge des Handlungskonzeptes der Ausbau des Geländes durch das Projekt „Sophia-Jacoba-Open-Air“ erfolgen. Entstehen soll ein zusätzlicher Veranstaltungsort mit starkem Eigenprofil. In einer im Herbst 2015 vorgelegten Projektskizze wird dem Projekt bescheinigt, „eine Angebotslücke im touristischen Portfolio zu schließen“.

Es biete die Chance, „touristische Impulse zu setzen, die notwenig sind, um Gästezahlen weiter zu steigern und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Hückelhoven zu sichern und auszubauen“. Der Bau der Freilichtbühne ist wesentlicher Bestandteil der zahlreichen Vorhaben, die mit dem „Quartier Sophia-Jacoba“ in Angriff genommen werden sollen.

Die Voraussetzungen, um die dafür notwendige finanzielle Unterstützung vom Land und auch vom Bund zu erhalten, hat die Stadt jetzt mit dem Entwurf des „Integrierten Handlungskonzeptes“ auf dem Tisch liegen.

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