Heinsberg: Verträge mit den Stadtwerken laufen aus: Bürgerbad braucht Geld und Personal

Heinsberg : Verträge mit den Stadtwerken laufen aus: Bürgerbad braucht Geld und Personal

Angesichts eisiger Temperaturen scheint die Badesaison noch in beinahe unendlich weiter Ferne. Doch ganz so lange wird es nicht mehr dauern, bis sich im Kirchhovener Bürgerbad wieder die Tore öffnen. Offen ist derzeit allerdings auch die Frage, ob es nicht vielleicht schon der letzte Sommer sein wird, in dem sich die Menschen in Kirchhoven in die erfrischenden Fluten stürzen können.

Denn der Nutzungsvertrag, gekoppelt mit einem Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zwischen der Stadtwerke Heinsberg GmbH und der Bürgerbad Kirchhoven gGmbH wurde per Vertrag Ende letzten Jahres bereits in beiderseitigem Einvernehmen — wie es heißt — mit Ablauf des 31. Dezember 2018 aufgehoben. Aufgrund der Auflösung des Nutzungsvertrages endet damit gleichzeitig auch der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zu diesem Zeitpunkt.

Da die Überlassung des Badpersonals an die Bürgerbad Kirchhoven gGmbH offenbar der Zustimmung der betroffenen Kollegen bedarf, ist nach Informationen unserer Zeitung bereits jetzt sicher, dass zumindest zwei Fachangestellte für Bäderbetriebe für die Zukunft ihre Zustimmung zur Überlassung nicht mehr erteilen werden.

Über 31 000 Badegäste

Doch nicht nur die Personalfrage gilt es also fortan für die Bürgerbadbetreiber zu lösen. Auch eine regelmäßige Bezuschussung mit durchschnittlich 68.300 Euro jährlich in der bislang vertraglich vereinbarten Zeit könnte, sollte sie ausbleiben, zu schier unüberwindbaren Probleme führen. „Wir müssen weiter bezuschusst werden“, sagt Roland Schößler, einer der beiden Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. „Ohne die Zuschüsse wäre das Bad derzeit noch nicht zu führen.“ Sollten sich die Einnahmen stabilisieren, schließt Schößler nicht aus, dass die Zuschüsse in späteren Jahren nicht mehr benötigt würden.

Trotz des eher mauen Badewetters im letzten Jahr verzeichnete die Betreibergesellschaft des Bürgerbades an der Kasse alleine über 31.000 Badegäste. Hinzu komme der Verkauf von über 500 Premiumkarten.

Fraktionen jetzt am Zug

Die Freibadretter hätten ein Konzept vorgelegt über eine zukünftige vertragliche Zusammenarbeit, über das in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Heinsberg schon beraten worden sei, erklärte deren Geschäftsführer Jakob Gerards. Die Stadtwerke ihrerseits hätten eigene Vorschläge erarbeitet. Alles liege derzeit den Fraktionen des Heinsberger Rates vor. „Das wird letztlich die Politik zu entscheiden haben“, meint Gerards.

Zu Inhalten möchte er sich ebenso wenig äußern wie Schößler. Nur soviel: „Wir hatten das Bestreben, das Freibad auf gemeinsame Beine zu stellen.“ Und wenn es nur um Zuschüsse gehe, könne er sich da durchaus eine Lösung vorstellen. Geht es aber nicht, wie sich aus einem Konzeptpapier der Freibadbetreiber mit Datum 13. November 2017 entnehmen lässt, das der Redaktion vorliegt. Darin heißt es unter anderem: „Zur Zeit ist der alte Arbeitnehmerüberlassungsvertrag vom 18.07.2016 gültig. Änderungswünsche und verschiedene Alternativen wurden von beiden Vertragsparteien nicht akzeptiert.“

Die Arbeitnehmerüberlassung von Fachangestellten für den Bäderbetrieb soll laut Konzept nach den Vorstellungen der Badbetreiber auf vier Personen mal vier Monate à 170 Stunden abzüglich anteiliger Jahresurlaube festgelegt werden. 2400 Stunden Anwesenheitszeit sollen insgesamt über den Vertrag zugesichert werden. Was die Zuschüsse angeht heißt es weiter: „Die Stadtwerke verpflichten sich zu einem dauerhaften Zuschuss in Höhe von 70.000 Euro jährlich mit einem Inflationsindex für den Betrieb des Freibades und für die Investitionen in die Freibadanlage. Der gesamte Investitionsbedarf liege demnach übrigens bei 315.000 Euro. Der Bereich Beckenboden, Fliesen, Dichtungen und Ähnliches schlage dabei mit 110.000 zu Buche. Der zweitgrößte Kostenfaktor mit rund 60.000 Euro ergibt sich durch die Erneuerung von drei Schwimmbadpumpen zum frequenzgesteuerten Pumpen.

Für welche Lösung sich die Fraktionen entscheiden, die auch mehrheitlich die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke stellen, wird sich zeigen. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagt Schößler.