Erkelenz-Lövenich: Verdienste Toni Zündorfs erfahren weitere Würdigung

Erkelenz-Lövenich : Verdienste Toni Zündorfs erfahren weitere Würdigung

Der Weg am Sportplatz „Hötzelenberg“ ist auf Antrag des STV nach dem „Erfinder des Damenfußballs“ in Toni-Zündorf-Weg benannt worden. Dabei hatte 1969 alles anlässlich der 50-Jahrfeier des STV als „Scherz“ begonnen.

Doch aus der Damenmannschaft des STV wurde eine Erfolgsgeschichte, die die Kickerinnen vom Hötzelenberg bis in die Bundesliga und 1987 ins Pokalfinale nach Berlin führte.

Brunhilde (rechts) und Dietmar Zündorf brachten am Eingang des Vereinsgeländes eine Gedenktafel für Toni Zündorf an.

In einer Feierstunde am Vereinsgelände wurde das Straßenschild vor dem Vereinsheim enthüllt. Dazu waren neben seiner Frau Brunhilde und den beiden Söhnen auch viele Weggefährten Zündorfs und Vertreter der Politik gekommen. Sie alle fanden lobende Worte für das „Lövenicher Urgestein“, das über Jahrzehnte auf und neben dem Platz oder hinter den Kulissen das Gesicht des STV prägte.

„Fußball war sein Leben“, sagte Christel Honold-Ziegahn. Dafür habe er sich konsequent und vorbildlich eingesetzt. „Er ging immer geradeaus und hatte sein Ziel vor Augen.“ Die Vorsitzende des Bezirksausschusses betonte, dass man den Antrag des STV nach einer Benennung des Weges vorbehaltslos unterstützt habe.

Auch bei der Stadt war man überzeugt von der Idee, wie Bürgermeister Peter Jansen hervorhob. Nach der Bundesverdienstmedaille und der Ehrennadel der Stadt sei der Weg, der an ihn erinnert, eine „öffentliche Urkunde, die seine Verdienste für den Verein, Lövenich und die ganze Stadt würdigt“.

Der STV-Vorsitzende Ulli Deckers zeigte sich erfreut, dass so viele von Zündorfs damaligen Spielerinnen gekommen waren, um ihm auf diese Weise noch einmal die Ehre zu erweisen. Zündorf könne als der „Vater des Damenfußballs in Lövenich“ bezeichnet. Er habe dazu beigetragen, dass man den „kleinen STV aus Lövenich“ zumindest beim Frauenfußball in ganz Deutschland wahrnahm.

Bedingungslose Konsequenz

Am Rande der Feier wurden viele Geschichten von Toni Zündorf erzählt. So erinnerte sich Horst Ziegahn an die bedingungslose Konsequenz, mit der Zündorf seine Ziele verfolgte. „Als ich bei einem Sportausstatter in Mönchengladbach erwähnte, dass ich vom STV komme, zuckten die regelrecht zusammen“, erzählte er.

„Die fragten gleich: Ist der Zündorf auch dabei?“ Legendär seien auch seine Radiointerviews, in denen „Mister Frauenfußball“ kein Blatt vor den Mund nahm und sich auch nicht um eine hochdeutsche Aussprache bemühte. Und so waren Spielernamen wie „Janses Lisbeth“ auch außerhalb Lövenichs bald geläufig.

Dietmar Zündorf betonte, dass es ein „jein“ im Wortschatz seines Vaters nicht gegeben habe. Bekannt war er dafür, dass er sich als Trainer vom Spielfeldrand aus lautstark Gehör verschaffte. „Seine Leidenschaft und Emotionen sprangen über“, erklärte er sichtlich gerührt. „Und das war sein Erfolgsrezept.“

Ausscheiden und Abstieg

Mit Zündorfs Ausscheiden aus der aktiven Vereinsarbeit war es dann auch schnell vorbei mit dem Frauenfußball am Hötzelenberg. Nach dem Abstieg in die Verbandsliga wurde die Mannschaft in der Saison 2004/05 noch vor dem ersten Spieltag vom Spielbetrieb abgemeldet. Auch eine versuchte Wiederbelebung in der Spielzeit 2010/11 scheiterte.

Mit dem Toni-Zündorf-Weg am Hötzelenberg bleibt eine Erinnerung an die großen Fußballzeiten im Damenfußball und den Mann, ohne den es sie nie gegeben hätte.

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