Erkelenz-Immerath: Unterwegs im Auftrag der leckeren Knolle

Erkelenz-Immerath: Unterwegs im Auftrag der leckeren Knolle

Die rheinische Kartoffel hat eine neue Botschafterin: Kerstin Geiser aus Immerath ist die neue Kartoffelkönigin, die vom Rheinischen Landwirtschaftsverband (RLV) und dem Landfrauenverband berufen und am Himmelfahrtstag auf der Landesgartenschau in Zülpich gekrönt wurde.

Dass es dazu noch einmal kommen würde, hätte sie selbst nicht mehr geglaubt. „Vor ein paar Jahren hatte ich mich mal beim Verband beworben“, erinnert sie sich. „Doch da keine Antwort kam, hatte ich es längst vergessen.“ Dann kam im vorigen Jahr pünktlich zu ihrer Prüfung eine Mail aus Bonn: Sie ist die neue Kartoffelkönigin, die bis Mai 2015 für die leckere Knolle werben soll. Andere Gegenden haben eine Weinkönigin, das Rheinland eine Kartoffelkönigin.

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Die 23-Jährige ist im normalen Leben als Industriekauffrau im Controlling von Alliander, dem Betreiber von Strom- und Gasnetzen in Heinsberg, tätig. Von Kartoffeln hat sie trotzdem reichlich Ahnung. „Wir bauen auf unserem Betrieb seit vielen Jahren Kartoffeln an und vermarkten sie über unseren Hofladen“, erzählt sie.

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In ihrer Funktion als Kartoffelkönigin will die Immeratherin intensiv die Werbetrommel für die rheinische Knolle rühren. Gerade junge Leute und Familien wolle sie von der Qualität der Kartoffeln überzeugen, betont sie. Und dabei ist sie vielseitig. Denn Kerstin Geiser kennt sich nicht nur mit dem Anbau und der Ernte der Knollen aus. Schließlich muss man auch wissen, was man später aus den geernteten Kartoffeln alles machen kann. Sie selbst esse „Kartoffeln für ihr Leben gern“, erklärt sie. Ein Lieblingsrezept hat sie nicht, aber wenn ihre Oma Reibekuchen mit Rübenkraut oder ihren leckeren Kartoffelsalat mit Mayonnaise macht, dann gerät sie ins Schwärmen.

Botschafterin der rheinischen Kartoffel: Kerstin Geiser wirbt bis Mai 2015 für die heimischen Knollen. Foto: rlv

Auf dem Hof der Familie in Immerath (alt) werden neben Kartoffeln auch Getreide und Rüben angebaut. In zwei Jahren muss auch Familie Geiser Immerath räumen, weil der Tagebau näher rückt. Schon jetzt werden am Ende des sterbenden Dorfes die ersten Häuser abgerissen.

Auch am neuen Standort will die Familie weiter Landwirtschaft betreiben. Kerstins Bruder wird den Hof der Eltern übernehmen. Sie selbst hilft auf dem Hof und den Feldern mit, wenn Hilfe benötigt wird. Wer mit der Landwirtschaft aufgewachsen sei, der kenne es nicht anders, sagt sie. Auch wäre der Beruf des Landwirtes nicht hinderlich, wenn sie einmal ihr Herz verliert, verrät die Kartoffelkönigin.

Ein Jahr lang wird sie für die und mit der rheinischen Kartoffel unterwegs sein. „Hauptsächlich im Herbst bei den Erntedankfesten und Bauernmärkten bin ich dann im Einsatz“, weiß sie. Ein Höhepunkt wird sicher die „Grüne Woche“ im Januar in Berlin sein.

Bis dahin werden sich auch die Kollegen im Büro daran gewöhnt haben, dass ihre junge Kollegin nun ein Jahr lang eine Königin ist. „Anfangs wussten sie nichts damit anzufangen“, erinnert sie sich. „Doch als ich ihnen erklärt habe, dass ich so etwas ähnliches bin wie eine Weinkönigin, hatten sie es verstanden.“