Hückelhoven-Baal: Unternehmensgründung in Kneipe: Familienunternehmen Schotten

Hückelhoven-Baal: Unternehmensgründung in Kneipe: Familienunternehmen Schotten

Immer wieder bewahrheitet sich, dass unser Leben oftmals von Zufällen bestimmt wird. So auch für Franz Schotten, der als gelernte Schriftsetzer und Buchdrucker zu Beginn der 50er Jahre für den Druck des damaligen Erkelenzer „Kreis Blatt“ zuständig war. Derweil betätigte sich Schottens Ehefrau Christine im Heimatort Hetzerath in der Familieneigenen „Kneipe“ als Gastronomin.

„Es war im Jahre 1966, als ich abends hinter dem Biertresen stand und die Gäste bediente“, erinnert sich Franz Schotten an die Gründung seines heutigen Betonunternehmens. An der Theke standen zwei Gäste, die einen betrübten Eindruck hinterließen. „Was ist los mit euch? Was vermiest euch die gute Stimmung“? richtete Franz Schotten die Frage an seine Gäste. „Wir sind Betonbauer und haben beide unsere Arbeit verloren. Jetzt sind wir ohne Anstellung“, bekam Schotten zur Antwort.

Dies war der Zeitpunkt, als das Unternehmen „Beton Schotten“ aus der Taufe gehoben wurde. „Habt ihr Lust, für mich zu arbeiten? Dann gründe ich eine Firma“, bekamen Schottens überraschte Gäste zur Antwort. „Jawohl, die beiden wollten“, sagt Franz Schotten heute rückblickend. Nach kurzer Überlegung wurden zunächst zwei Maschinen angeschafft, worauf nach einem Monat mit der Pro-duktion von Bauelementen begonnen wurde. Dieser Beginn war für alle Beteiligten vielversprechend. Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Produktion von Beton- und Betonfertigteilen für den Tief- und Straßenbau. Bereits drei Jahre später — die Auftragslage stieg merklich an — sah sich das Unternehmen zur Erweiterung und einem damit verbundenen Umzug verbunden, nachdem auch die Nachbarn den ständig ansteigenden Lärm der der Baumaschinen beklagten.

An der Friedhofstraße in Baal erwarb Franz Schotten das Gelände eines insolventen Unternehmens. Mit modernen Baumaschinen und einer Anzahl Mitarbeiter wurde die Produktion von Betonelementen aufgenommen. „Unser erstes Projekt war der Baaler Berg. Danach ging es Schlag aus Schlag“, erinnert sich Franz Schotten, der in diesem Monat bereits 84 Jahre alt wird. Zunächst wurden Friedhöfe in der näheren wie auch entfernter gelegenen Umgebung mit Randsteinen aus dem Baaler Werk versehen.

Die Auftragslage verbesserte sich zu sehens. „Schließlich waren wir an dem Punkt, dass wir die Kneipe verkaufen mussten und uns nur noch auf unser Betongeschäft konzentrierten“, sagt Firmengründer Franz Schotten. Und das Erfolgsgeheimnis? „Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Die Kundschaft wurde und wird zu deren vollster Zufriedenheit bedient“, meint Franz Schotten, der trotz seiner Tochter Marlies Hölterscheidt und Sohn Heinz, die beide mit in der Firma tätig sind, auch weiterhin als Firmenchef das Unternehmen leitet.

Großaufträge folgten: Unter anderem wurde der Bahnhofsvorplatz in Aachen, das Gewerbegebiet Eilendorf-Süd oder auch die Strandpromenade im holländischen Seebad Scheveningen mit Produkten aus dem Baaler Unternehmen Schotten neu gestaltet.

Insgesamt beschäftig das Unternehmen neben Tochter Marlies und Sohn Heinz, die für die Administration und den Betriebsablauf zuständig sind, sechs Mitarbeiter: Einen Betonbauer sowie fünf Fahrer, für die Firmeneigene Lkw-Flotte. „Trotz meiner nahezu 84 Jahre, halte ich auch weiterhin meine Hand drauf“, bekennt Firmengründer Franz Schotten schmunzelnd.

Dass er den richtigen Weg gegangen ist, ist heute, nachdem das Unternehmen im Sommer des vergangenen Jahres sein 50-Jähriges Betriebsjubiläum feiern konnte, zu erkennen.

Und die Aussichten sind auch weiterhin rosig: „Auch in Zukunft werden Straßen gebaut. Und hoffentlich mit unseren Produkten“, ist sich Firmengründer Franz Schotten sicher, dass sein Unternehmen auch weiterhin florieren wird.