Hückelhoven: Unbürokratische Hilfe für arme Kinder

Hückelhoven: Unbürokratische Hilfe für arme Kinder

„Hückelhoven für Kinder“ ist der Name für ein neues Netzwerk, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Lebenssituationen helfen will, dabei zu sein und mitmachen zu können. Denn wer ausgeschlossen ist, wird auch schnell zum gesellschaftlichen Außenseiter.

Koordiniert wird das neue Netzwerk von einer Arbeitsgemeinschaft, die aus Vertretern der Kommunalpolitik, Praktikern aus dem Jugendamt, Schulen und Kindertageseinrichtungen, Vertretern von Wohlfahrtsverbänden und der Sozial- und Jugendverwaltung besteht. Das Netzwerk sammelt Spenden, die Kindern, die als Folge finanzieller Armut den anderen hinterherhinken oder ganz ausgeschlossen werden und damit im Abseits stehen, gezielt unter die Arme greift und ihnen Hilfe zum Mitmachen leistet.

Beate Franz, Vorsitzende des Stadtjugendringes, nennt konkrete Beispiele: „Es gibt immer noch Kinder, die bei den Ferienspielen der Stadt nicht mitmachen können, weil auch der schon geringe Preis für die Teilnahme das Budget ihrer Eltern übersteigt.

Oder die Eltern eines Kindes können die Kosten für eine Klassenfahrt oder für einen neuen Trainingsanzug nicht aufbringen. In solchen Fällen springt das Netzwerk ein und übernimmt die Kosten.“ Die Initiatoren setzen bei der Entscheidung, wer Hilfe in Anspruch nehmen kann, auf die Mitarbeit verschiedener Institutionen wie Vereine, Verbände, Jugendeinrichtungen, Kindertageseinrichtungen, Schulen oder Kirchengemeinden.

Förderung im Hintergrund

„Sie sollen“, erklärt Peter Wiese vom Jugendamt der Stadt, „als Vorfilter fungieren und können Anträge in Vertretung für das Kind stellen.“ Diese Einrichtungen würden die Kinder oder Jugendlichen am besten kennen und könnten den Bedarf fachgerecht einschätzen. Und, auch das sei ganz wichtig: Niemand erfährt von der Förderung des Kindes durch das Netzwerk.

„Die Eltern brauchen sich also nicht zu schämen, wenn sie die Hilfe in Anspruch nehmen. Sie müssen auch keinen Nachweis über ihr Einkommen vorlegen, allerdings müssen alle Fördermöglichkeiten wie Bildung- und Teilhabe (BUT), Sozialamt oder Jobcenter vorher ausgeschöpft werden“, betont Ralf Schwarzenberg, Leiter des Jugendamtes der Stadt.

Bei aller bürokratischen Entschlackung, die ein ganz wesentliches Merkmal des Netzwerkes „Hückelhoven für Kinder“ ist, gibt es eine Reihe von Bedingungen für die Förderung. So können beispielsweise nur die Verbände oder Einrichtungen, nicht aber Einzelpersonen die Anträge stellen; es besteht kein Anspruch auf Fördergelder; die Förderhöchstgrenze liegt bei 250 Euro; über die Förderung entscheiden mindestens zwei Personen aus dem Vorstand des Stadtjugendringes; ein Kind oder Jugendlicher kann nur einmal im Jahr eine Förderung erhalten.

„Wir haben zurzeit etwas über 6000 Euro durch Spenden in unserem Fördertopf“, sagt Christiane Müller, die Leiterin der Hauptschule In der Schlee. Für den Start des Netzwerkes sei man damit ganz zufrieden, allerdings würden für ein erfolgreiches und nachhaltiges Funktionieren des Netzwerkes „Hückelhoven für Kinder“ laufend neue Spenden benötigt.