Erkelenz: Umzug von Großbäckerei Kamps nach Erkelenz ist geplatzt

Erkelenz: Umzug von Großbäckerei Kamps nach Erkelenz ist geplatzt

Es sollte ein große Coup werden. Vor neun Monaten hatte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen (CDU) verkündet, dass die Großbäckerei Kamps ihren Hauptsitz nach Erkelenz verlegen wolle. Bis zuletzt schien es, als sei alles in trockenen Tüchern. Doch jetzt ist die Ansiedlung geplatzt. Zumindest vorerst.

Das Unternehmen Kamps ist Teil der französischen Groupe Le Duff und hat seinen Hauptsitz mit Produktion und Verwaltung in Schwalmtal. Dass dieser nach Erkelenz verlagert werden sollte, war ein großer Erfolg für die Wirtschaftsförderung, schließlich ging es um eine Fläche von zuerst einmal rund 15 Hektar. Geplant war auch die Ansiedlung einer weiteren Fabrik für Baguettes am Standort Erkelenz.

Nun musste Jansen nach einem langen Gespräch mit dem Kamps-Geschäftsführer Thomas Prangemeier bekanntgeben, dass der Neubau in Erkelenz verschoben wurde. Grund dafür sei eine „Veränderung der Investitionsprioritäten der Eigentümer“, hieß es in einer entsprechenden Pressemeldung des Unternehmens.

Darin betonte Prangemeier auch, dass geprüft werde, wann das Projekt wieder aufgenommen werden könne. Darauf will man in Erkelenz jedoch nicht warten, betonten Jansen und der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg. „Das Unternehmen ist uns weiterhin jederzeit willkommen“, erklärte Jansen, der auch die Zusammenarbeit im Vorfeld lobend erwähnte.

Nun habe man aber Zeit, anders und stressfreier zu planen, ergänzte Lurweg. „Bis hierher war es ein ziemlicher Husarenritt“, fügte er hinzu. Denn eine erweiterte Planung und zusätzliche Ideen des französischen Mutterhauses hatten den geplanten Baubeginn schon auf Anfang 2018 verschoben.

Dass die Stadt das Angebot zur Kooperation aufrechterhält, bedeutet aber nicht, dass das Grundstück für Kamps reserviert ist.

Keine Extrakosten

Finanziell hat sich das Jahr der Planung bei der Stadt nicht mit Extrakosten niedergeschlagen. Denn hier griff der vor drei Jahren zwischen der Stadt und dem Energieunternehmen RWE Power geschlossene Vertrag über eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Erschließung von Gewerbegebietsflächen des Wirtschaftsstandortes Erkelenz. „Dafür waren wir im Kommunalwahlkampf gescholten worden“, betonte Jansen. Gemäß dieser Vereinbarung hat das Unternehmen rund 100.000 Euro in die Planung und die Sicherung von Grundstücken gesteckt.

Auch Ulrich Schirowski von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), durch den der Kontakt zu den Großbäckern zustande gekommen war, zeigte sich zuversichtlich. „Die Flächen sind die Filetstücke, die wir im Kreis haben“, betonte er. „Sie sind auch für andere Unternehmen hochinteressant.“

Bürgermeister Jansen zog ein zumindest in Teilen positives Resümee. „Es sind keine Arbeitsplätze verloren gegangen“, erklärte er. „Ein Schaden für die Stadt und ihre Bürger ist nicht entstanden.“