1. Lokales
  2. Heinsberg

Hückelhoven-Brachelen: Umbaupläne für denkmalgeschützte Burg „Haus Blumenthal“

Hückelhoven-Brachelen : Umbaupläne für denkmalgeschützte Burg „Haus Blumenthal“

Wenn man Besitzer einer ehemaligen Burganlage ist, dann macht man sich irgendwann Gedanken darüber, wie man die historische Anlage erhalten kann. Ob sich das überhaupt lohnt. Und wenn ja, wie man sie, den heutigen Ansprüchen an Wohnraum Rechnung tragend, weiter nutzen kann.

Der Eigentümer von „Haus Blumenthal“ am Rande der Ortschaft Brachelen plant seit langem die Umnutzung und Neuausrichtung der ehemals dreiflügelig umwehrten Burganlage. Die steht seit Ende 1992 unter Denkmalschutz.

Im Zuge solcher Überlegungen hat der Eigentümer in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR) und der Stadt Hückelhoven Untersuchungen vor Ort vorgenommen, auf deren Basis inzwischen ein einvernehmliches Konzept erstellt wurde. Danach könnten auf dem Areal mehrere Wohn- und Büroeinheiten in Form von Doppelhaushälften bei gleichzeitiger Wahrung und Aufwertung der bestehenden Hofanlage entstehen.

„Entgegen unseren üblichen Gepflogenheiten werden wir für Haus Blumenthal im Bebauungsplan strenge Gestaltungsrichtlinien erlassen“, sagte der Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns im Bauausschuss bei der ersten Vorstellung des Konzeptes. Er betonte dabei, dass „der Eigentümer die bestehenden zweigeschossigen Gebäude sowie den leer stehenden Turm denkmalgerecht umbauen“ will. Beispielsweise werden die Fassaden der geplanten neuen Baukörper mit Klinker hergestellt, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu sichern.

Auch die Umfassungsmauern und ein heute nur noch angedeuteter Wassergraben um die Anlage sollen wieder instand gesetzt und damit erlebbar gemacht werden.

Neben solchen umfassenden historischen Sanierungsarbeiten soll das Herrenhaus durch einen dreigeschossigen Baukörper unter Einbeziehung der alten Mauer gefasst werden, um so die Stellung der ehemals vorhandenen Baukörper erlebbar zu machen. Im Osten der Anlage soll ein moderner Baukörper ebenfalls in die Umfassungsmauer integriert werden, um, wie Dr. Ortmanns sagte, „dem Gesamtobjekt den Charme einer Burganlage wieder zurück zu geben“. Der so entstehende Innenhof soll gepflastert werden und auch zukünftig den Brachelenern für öffentliche Veranstaltungen wie dem „Apfelfest“ zur Verfügung stehen.

Allee zur Landstraße

Über eine beidseitig angepflanzte Allee mit einer großzügigen, sich zum Herrenhaus hin öffnenden Sichtachse zur Landstraße 364 hin soll „Haus Blumenthal“ dann erschlossen werden. Entlang dieser „Erschließungsallee“ sollen auf beiden Seiten je vier anderthalbgeschossig Doppelhaushälften mit großzügigen Grundstücken entstehen.

„Es wird nicht beabsichtigt, die Grundstücke unterschiedlich architektonisch zu bebauen“, sagt Dr. Ortmanns im Ausschuss. „Vielmehr soll durch eine einheitliche Architektur und Materialauswahl das einheitliche Erscheinungsbild des gesamten Ensembles gewährleistet werden.“