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„Dyakuyu“ mit Chorgesang und Borschtsch: Ukrainer bedanken sich in Kuckum für Aufnahme und Hilfe

„Dyakuyu“ mit Chorgesang und Borschtsch : Ukrainer bedanken sich in Kuckum für Aufnahme und Hilfe

Kulinarisches und Kultur aus der Ukraine haben Geflüchtete in Kuckum präsentiert – als Dankeschön für die Aufnahme und Hilfe.

Damit hatte niemand der Kuckumer gerechnet, die von den dort lebenden ukrainischen Kriegsgeflüchteten zum Abendessen eingeladen worden waren: Es gab nicht nur einen reich gedeckten Tisch mit ukrainischen Spezialitäten, sondern auch ein ukrainisches Kulturprogramm, das für Gänsehaut-Momente sorgte.

Über 20 Kinder und Erwachsene waren mit Gitarren, Geige, Akkordeon und Melodica am Feuerwehrgerätehaus erschienen und hatten sich wie Orgelpfeifen zu einem Chor aufgestellt, der ukrainische Volkslieder und auch ein Kirchenlied auf Deutsch zum Besten gab. Zwischendurch bedankte sich der Leiter des Chores immer wieder für die herzliche Gastfreundschaft der Kuckumer Dorfgemeinschaft in schweren Zeiten. Die Chor- und auch die Solo-Gesänge rührten mit ihrem inbrünstigen Vortrag manch einen zu Tränen.

Das Treffen war ein Dankeschön der Ukrainer an alle Organisatoren des Begrüßungsfestes an Pfingstsamstag. Kuckumer Bürgerinnen und Bürger und die Flüchtlingshilfe Ankommen hatten die Kriegsflüchtlinge im Juni zu einer Kennenlern-Veranstaltung eingeladen, die gut angenommen worden war. Diesmal begegnete man sich bereits wie alte Bekannte. Zur besseren Verständigung trugen wieder ehrenamtliche Übersetzerinnen bei.

Um die Kommunikation weiter ausbauen zu können, ist ein ehrenamtlicher Sprachkurs vor Ort in Planung. Dazu verteilten Mitglieder von Ankommen erneut Sprachmaterial an die Erwachsenen. Für die Kinder hatte die Flüchtlingshilfe Malbücher, Filzstifte und Rätselhefte auf Ukrainisch dabei. Bei Borschtsch, selbstgebackenem Brot und Kuchen, Salaten und Teigtaschen brauchten Gäste und Gastgeber dann nicht viele Worte: Diesmal war es an den Einheimischen, ein herzliches „Dyakuyu“ – „Dankeschön“ – an die ukrainischen Gastgeber zu richten.

In Zukunft wollen alle Beteiligten auch die ukrainischen Kriegsflüchtlinge aus den anderen Umsiedlungsdörfern stärker einbinden. So soll ein Netzwerk entstehen, in dem man sich gegenseitig hilft.

(red)