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TWF Tiefbautechnik GmbH : TWF will mit Investitionen in Heinsberg weiter wachsen

TWF Tiefbautechnik GmbH : TWF will mit Investitionen in Heinsberg weiter wachsen

Erst vor fünf Jahren gegründet, platzt die TWF Tiefbautechnik GmbH im Heinsberger Gewerbe- und Industriegebiet schon aus allen Nähten.

Daher ist für das kommende Jahr ein Neubau im Gewerbe- und Industriegebiet Dremmen geplant, mit dem das Unternehmen seine gesamte Produktionsfläche von derzeit 1200 um 2400 auf 3600 Quadratmeter erweitern, seine bisherige Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern zudem um weitere 350 Prozent auf 18.000 Quadratmeter ausbauen kann.

Mehr als vier Millionen Euro will das Unternehmen in Heinsberg investieren. Etwa 20 weitere Arbeitsplätze könnten künftig am neuen Standort entstehen, trotz geplanter weiterer Automatisierung der Produktion, so Geschäftsführer Ralf Maywald im Gespräch mit unserer Zeitung.

TWF hat seinen Sitz derzeit eher etwas versteckt am Ende der Ferdinand-Porsche-Straße in Heinsberg. Gelbe Fahnen mit roter Schrift weisen auf das Unternehmen in der dahinterliegenden grauen Halle hin. Über 20 Jahre hatte sich dort zuvor bereits ein Unternehmen der Produktion von Systemen für den Grabenverbau gewidmet. „Der Wunsch des Eigentümers, in Rente zu gehen, bot uns die Möglichkeit, den Produktionsstandort in Heinsberg zu übernehmen“, erklärt Maywald die Geschichte des Heinsberger Unternehmens. Dabei handelt es sich um eine 100-prozentige Tochter der TWF Baumaschinentechnik GmbH in Wien, die 2004 von Wolfgang Tinhof und Walter Fritz gegründet worden war.

In Richtung Komplettanbieter

Die TWF-Muttergesellschaft in Österreich, die auf die Vermietung von großen Baumaschinen für die Ramm- und Bohrtechnik spezialisiert ist, hat mit der Unternehmensgründung in Heinsberg einen Schritt in Richtung Komplettanbieter im spezialisierten Tiefbau gemacht. Hier werden nämlich sogenannte Grabenverbau-Systeme produziert, die überall dort eingesetzt werden, wo zum Beispiel Kanäle oder Leitungen tief unter der Erde verlegt, repariert oder erneuert werden müssen. Und in dieser Sparte brummt das Geschäft offensichtlich: „Auch im Drei-Schicht-Betrieb stoßen wir hier mit unseren derzeit 30 Mitarbeitern in der Produktion an unsere Grenzen“, sagt Maywald. Von Heinsberg aus werde inzwischen der Weltmarkt beliefert, bis nach Amerika oder Indien. Der Umsatz des Unternehmens habe sich seit der Gründung Anfang 2013 vervierfacht.

„Die Wiege des Grabenverbaus“

Dass die Wahl des deutschen Standorts und jetzt auch der Ausweitung der Aktivitäten auf Heinsberg gefallen ist, hat für TWF gleich mehrere Gründe. „Zum einen ist Heinsberg sozusagen die Wiege des Grabenverbaus“, betont der Heinsberger TWF-Chef und verweist auf die ersten Patente, die Josef Krings dazu bereits Anfang der 1950er Jahre anmeldete. Zum anderen habe es hier im Rahmen der Übernahme bereits kompetente Mitarbeiter gegeben, qualifizierte Schlosser und Schweißer. Erwähnenswert ist für ihn zudem die gute logistische Anbindung an die Autobahn. Sie wird sich doppelt auszahlen, denn TWF will auf dem neuen, vergrößerten Firmengelände auch die Vermietung großer Maschinen ausbauen, wie sie die Muttergesellschaft in Wien bereits erfolgreich betreibt. „Da haben wir im Schwerlastverkehr an dem neuen Standort natürlich auch enorme logistische Vorteile“, erklärt Maywald. Vor allem aber werde die Miete solcher Geräte in Deutschland dem Kauf gerne vorgezogen, hofft er auch in diesem neuen Segment für die deutsche TWF-Tochter auf ein gutes Wachstum.

Derzeit sei der Bauantrag in Arbeit. Geprüft werde noch, inwieweit das Unternehmen den Strom, den es in der Produktion verbraucht, selbst herstellen kann. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist für das Jahresende 2019 geplant. Verwaltung und Produktion der Grabenverbau-Systeme ziehen dann nach Dremmen um. Die Fertigungsstätte an der Ferdinand-Porsche-Straße soll jedoch bestehen bleiben. Dort will TWF dann für die Grabenverbau-Systeme benötigte Kleinteile selbst fertigen, die derzeit noch zugekauft werden müssen.

Weitere Aufgaben

Maywald, der erst im September 2017 zu TWF gekommen ist, freut sich sehr auf diesen „Aufgabenausbau“. Der gebürtige Nettetaler, der inzwischen mit seiner Familie in Heinsberg lebt, ist ursprünglich als Speditionskaufmann in sein Berufsleben gestartet. Seit 1997 arbeitet er in leitender Funktion, zuletzt war er Geschäftsführer bei der ThyssenKrupp Infrastructure, einem Anbieter im Tief-, Hafen- und Spezialtiefbau.