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Wegberg-Wildenrath: Trommler- und Pfeiferkorps Wildenrath feiert Jubiläum

Wegberg-Wildenrath : Trommler- und Pfeiferkorps Wildenrath feiert Jubiläum

Es war eine ziemlich pragmatische Entscheidung, die vor 70 Jahren gefällt worden war. Um bei Dorffesten und der Kirmes nicht weiter auf die Mithilfe von auswärtigen Vereinen angewiesen zu sein, beschloss die St.-Johannes-Baptist-Schützenbruderschaft Wildenrath im Jahr 1948 die Neugründung eines eigenen Trommler- und Pfeiferkorps Wildenrath (TKW).

Unter der Leitung von Arnold Schaffrath nahmen elf Spielleute den Probenbetrieb auf, so erzählt es die Historie des TKW. Heute hat das TKW 27 Mitglieder „und es dürften auch gern noch ein paar mehr sein“, sagt der Erste Vorsitzende, André Schaffrath. Nein, die Namensgleichheit ist kein Zufall, besagter Arnold war sein Großvater, und selbstverständlich war auch sein Vater dem TKW treu verbunden.

Wie überhaupt Verbundenheit eine besondere Rolle zu spielen scheint, in diesem Team, das der Zweite Vorsitzende Ulrich Welfers als „eine tolle Truppe“ beschreibt. Viel hat sich geändert in 70 Jahren.

Bei zahlreichen Wettbewerben konnte das TKW einst hervorragende Erfolge erzielen, „heute gibt es so etwas gar nicht mehr“, sagt Ulrich Welfers. Im Laufe der Zeit waren mal etliche Frauen mit von der Partie, eine Zeit lang wurde das TKW als reiner Männerverein geführt, erzählt er. Heute gehören die „Mädels“ wieder wie selbstverständlich zum Verein — „und die weibliche Verstärkung ist auch für die Kameradschaft ein Gewinn“, gibt er zu.

Das waren noch Zeiten, als das TKW Ende der 90er Jahre jedes Wochenende auf der Straße war. Heute wäre das undenkbar. Denn Freizeit ist ein kostbares Gut geworden. Nachwuchssorgen plagen das TKW wie jeden Verein, der sich um Jugendarbeit bemüht, obwohl Ausbilder Artur Tellers derzeit drei Anwärter in die Geheimnisse von Noten und Instrumenten einweiht.

Aber es gibt auch Dinge, die sind geblieben. Die Farben blau und weiß für die Uniformen, die Freude an Musik und gemeinsamen Spiel und hin und wieder auch der alte pragmatische Ansatz. Das Jubiläum ist ein gutes Beispiel dafür. Die Bühne in der Turnhalle der Grundschule Wildenrath hat das TKW zum Jubiläum dem Instrumentalverein Effeld, Löschmeister Josef Jackels (Marc Breuer) und der Band Music on the RoX überlassen. Ja, das ist ein finanzielles Risiko — und ob die Einnahmen die Kosten decken wird sich zeigen.

„Wenn ich Geburtstag feire, habe ich nachher nie mehr Geld als vorher.“ Kassierer Oliver Korsten sieht das sehr pragmatisch. Und deshalb hatten sie weder Kosten noch Mühen gescheut, um eine tolle Jubiläumsfeier vorzubereiten.

Und dann haben sie sich mit ihren Wildenrather Gästen ins Vergnügen gestürzt, alte Geschichten erzählt und Anekdoten hervorgekramt, die guten Zeiten der Vergangenheit hochleben lassen.