Wassenberg: Treibhausgas auf Streichliste: Wassenberg erarbeitet Konzept

Wassenberg: Treibhausgas auf Streichliste: Wassenberg erarbeitet Konzept

Die Stadt Wassenberg will ein Klimaschutzkonzept auf den Weg bringen. Das bedeutet, dass Wassenberg nach Willen der Initiatoren des Konzeptes weniger Energie verbrauchen und weniger klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen soll. Wenn von Wassenberg die Rede ist, ist die ganze Stadt gemeint, also nicht nur öffentliche Einrichtungen.

Auch Firmen, private Haushalte und Fahrzeuge sollen sparsamer werden. Am Ende des Prozesses soll ein strategischer Leitfaden langfristig angelegter energieeffizienter Stadtpolitik stehen. Einzelheiten haben wir in Fragen und Antworten zusammengefasst.

Treibhausgase sparen, aber wie? Windkraft will die Politik vorerst nicht ausbauen. Photovoltaik kommt dagegen als klimafreundliche Art der Energiegewinnung in Frage. Wichtig ist, dass die Bürger in Wassenberg mitziehen. Energetische Sanierung zum Beispiel durch neue Fenster könnte ein Mittel der Wahl sein. Und auch die Verkehrsentwicklung wird unter die Lupe genommen. Foto: stock/Westend61

Wie kommt der Prozess in Gang?

Treibhausgase sparen, aber wie? Windkraft will die Politik vorerst nicht ausbauen. Photovoltaik kommt dagegen als klimafreundliche Art der Energiegewinnung in Frage. Wichtig ist, dass die Bürger in Wassenberg mitziehen. Energetische Sanierung zum Beispiel durch neue Fenster könnte ein Mittel der Wahl sein. Und auch die Verkehrsentwicklung wird unter die Lupe genommen. Foto: D. Gerhards

Zunächst erstellt das Institut Novum-Energy eine Energie- und CO2-Bilanz für Wassenberg. Das heißt, dass ermittelt wird, wie viel Energie Wassenberg verbraucht und wie viel CO2 in die Luft gepustet wird. Ausgehend von diesem Wert soll dann festgelegt werden, wie viel Treibhausgas Wassenberg bis zu welchem Zeitpunkt sparen will — ein frei gewähltes Beispiel: 20 Prozent bis 2030. Wie viel es tatsächlich sein soll, müssen die Teilnehmer des Prozesses festlegen.

Treibhausgase sparen, aber wie? Windkraft will die Politik vorerst nicht ausbauen. Photovoltaik kommt dagegen als klimafreundliche Art der Energiegewinnung in Frage. Wichtig ist, dass die Bürger in Wassenberg mitziehen. Energetische Sanierung zum Beispiel durch neue Fenster könnte ein Mittel der Wahl sein. Und auch die Verkehrsentwicklung wird unter die Lupe genommen. Foto: stock/Photoshot

Wie setz man ein realistisches Ziel?

Es wird errechnet, an welchen Stellen man sparen kann. Zum Beispiel bei der Gebäudedämmung, bei der Warmwassererzeugung oder bei der Raumbeleuchtung. Auf Seiten der Energieerzeugung hat Isabel Kuperjans, Leiterin des Instituts Novum-Energy, schon großes Potenzial erkannt. Deutschlandweit würden 25 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen. In Wassenberg liege der Anteil der Erneuerbaren gerade einmal bei 16 Prozent. Da könne man ansetzen, meint Kuperjans.

Wo sollen die Wassenberger sparen?

Das wird erst im Verlauf des Prozesses geklärt. Zum Beispiel könnte man Anreize setzen, mehr Energie aus Photovoltaik, Biogas oder Abwärme zu gewinnen. Die Politik habe sich bereits gegen die stärkere Nutzung von Windkraft ausgesprochen, sagt Kuperjans. Auf der anderen Seite könne man Vorgaben für die Energieversorgung in neuen Baugebieten machen.

Wer erarbeitet die Ziele und Maßnahmen?

Zum Beispiel Kommunalpolitiker, Unternehmer, interessierte Bürger, Energieversorger, Schulleiter und Betreiber von Biogasanlagen. Es soll im Mai und Juni zwei Workshops geben, bei denen sich Interessierte mit ihren Ideen und Wünschen einbringen sollen.

Welche Themen werden bei den Workshops behandelt?

Die Workshop-Themen stehen noch nicht fest. Mögliche Themen sind: „Erneuerbare Energien und Abwärmenutzung“, „Bauen, Wohnen, Energiesparen“ oder „Verkehr und Mobilität“. Inhaltlich sind unterschiedliche Stoßrichtungen denkbar. Die Teilnehmer könnten sich zum Beispiel um ein isoliertes „Leuchtturmprojekt“, um besseres Ressourcenbewusstsein der Bürger oder um eine wie auch immer geartete Vorreiterrolle der öffentlichen Verwaltung kümmern.

Wer kontrolliert, ob die Ziele erreicht werden?

Das ist einer der Knackpunkte des Konzepts. Die selbstgesteckten Ziele sind rechtlich nicht bindend. Wenn sie allerdings nicht einmal im Ansatz erreicht werden, verlieren die Verantwortlichen an Glaubwürdigkeit. Deshalb wäre es sinnvoll, eine Person zu benennen, die die Umsetzung überwacht. Und das über einen langen Zeitraum.

Was bringt das Klimaschutzkonzept?

Neben der Reduktion von Treibhausgasen sollen dadurch auch neue Arbeitsplätze entstehen, die Lebensqualität in Wassenberg soll sich verbessern und die Stadt kann ihr Profil schärfen, indem sie sich imagewirksam als klimafreundlich positioniert.