„Traumzeit einer Sommernacht“: Theateraufführung im Cusanus-Gymnasium

Theater im Cusanus : Klassiker „Traumzeit einer Sommernacht“ in modernem Gewand

Mit der Produktion „Traumzeit einer Sommernacht“ meldet sich der Literaturkurs des Cusanus-Gymnasiums zurück. Seit vielen Monaten wird an dem Stück gearbeitet, das am Donnerstag, 31. Januar, im Atrium der Schule Premiere feiert.

Wer die Inszenierungen des Literaturkurses kennt, der weiß, dass man sich auf großes Theater freuen kann. Und dafür legen sich die Schüler ordentlich ins Zeug. Auf, vor und hinter der Bühne sind rund 200 Schüler im Einsatz.

Der Sommernachtstraum Shakespeares wird zum Ausgangspunkt einer abenteuerlichen Reise durch das Gefühlsleben von Heranwachsenden. Dabei wird eine Clique Jugendlicher, die im Wald zelten, in den Strudel der Irrungen und Wirrungen der Liebe gezogen. Sie wandeln zwischen Traum und Realität.

Weder beim Bühnenbild, der Technik oder dem Begleitprogramm wird gegeizt. Auch der Oberstufenchor unter der Leitung von Michael Forg kommt wieder zum Einsatz. Großes Theater also, auf das sich die Truppe intensiv vorbereitet. Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren und das Atrium hat sich in einen Theatersaal verwandelt, in dem noch geschäftiges Treiben herrscht. Schließlich soll zur Premiere alles sitzen.

Die beiden Lehrer Eva Maria Esch und ihr Kollege Jörg Diepenthal haben das Stück auf Basis des Mittsommernachtstraums von William Shakespeare geschrieben. Dabei werden moderne Sprache und die Sprache Shakespeares in den Szenen verwoben. Sie griffen nicht auf die Übersetzung Schlegels zurück, der dem Werk des Engländers eine eigene künstlerische Note verlieh. Vielmehr orientierten sie sich an einer Übersetzung von Frank Günther aus den 1990er Jahren, die den volkstümlichen Charakter der Dichtung Shakespeares mehr hervorhebt.

Durch die Rahmenhandlung, die in der Gegenwart angesiedelt ist, bekommen vor allem die jungen Zuschauer einen Zugang zur Dichtung Shakespeares aus dem 16. Jahrhundert. Hermia, Lysander, Demetrius und Helena sind in der Inszenierung die Jugendlichen, deren Camping im Wald durch zu viel Alkohol im Streit endet. Im Traum treffen sie auf die „klassische“ Belegschaft Shakespeares in Gestalt des Elfenkönigs Oberon, der Königin Titania und ihren Hofnarr Puck. Die Handlungsstränge der ursprünglichen Fassung wurden deutlich reduziert, wie Diepenthal betont. Denn so erschließt sich das Stück auch den Fünftklässlern, die sonst mit derart „verschrobenen“ Gedanken noch nicht viel am Hut haben.

Begleitet wird das Theaterstück von einer Ausstellung zum Thema Liebe, Tod, Verwandlung und Verzauberung, die der Kunst-Differenzierungskurs der neunten Klassen unter der Leitung von Kerstin Lichius erarbeitet hat. „So wurde sich den zentralen Themen des Sommernachtstraums auf kreative Weise angenähert“, sagt Diepenthal. Die Ausstellung kann nach dem Einlass und vor Beginn der Aufführung ebenfalls im Atrium besucht werden. Diepenthal hat auch eigens für das Stück vier Lieder geschrieben, die von den Schauspielern gesungen werden.

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