„Toughest Firefighter Alive“ stellt in Wegberg sein Buch vor

Hartes Training für Feuerbekämpfer : Leitern stemmen, Schläuche schwingen, Dummies schleppen

Ob allen Feuerwehrkameraden klar war, auf was sie sich da eingelassen hatten, ist nicht ganz sicher. Doch eines ist sicher, sie verließen die Feuerwache Wegberg um einige wertvolle Erfahrungen bereichert und um etliche Tropfen Schweiß ärmer.

Der „Toughest Firefighter Alive“, Hauptbrandmeister Joachim Posanz, war zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr Wegberg. Auf Einladung des Stadtmarketings der Stadt Wegberg in Person von Ulrich Lambertz war Posanz mit seiner Assistentin Andrea angereist, um sein spezielles Trainingsprogramm für Feuerwehrmänner und -frauen vorzustellen. „Fit for fire“ heißt das Buch, in dem Joachim Posanz zusammen mit seinem Co-Autor Jan Finken das von ihm konzipierte Workout vorstellt.

Co-Autor Jan Finken hatte den „Toughest Firefighter Alive“ in seine Heimatstadt Wegberg geholt. Posanz selber hat seine Trainingsmethoden so erfolgreich angewandt, dass er den Weltmeistertitel „Toughest Firefighter Alive“ 2010 in Südkorea erringen und 2012 in Sydney verteidigen konnte. Zudem zieren Europameister- und Deutsche Meistertitel seine Karriere. Das Workout mit den Feuerwehrkameraden in Wegberg war für Joachim Posanz das Warmup für den Bundeswettbewerb „Toughest Firefighter Alive“, zu dem er von Wegberg aus gleich weiter nach Mönchengladbach reiste.

Dietmar Gisbertz, Leiter der Feuerwehr Wegberg, konnte an seiner Wache auch Mitglieder der Feuerwehren Gangelt und Wassenberg und des Technischen Hilfswerks sowie zwei „Zivilisten“ begrüßen, die ihre Fitness unter Beweis stellen wollten. Zahlreiche Zuschauer und viele Feuerwehrkameraden begleiteten das Workout der Mutigen.

Bevor der zehnteilige Übungsparcours in Angriff genommen wurde, bat Joachim Posanz zum Warm up. „Haben alle ihre Handschuhe an?“, fragte Posanz in die Runde. Wem die Frage etwas seltsam vorkam, dem wurde schnell klar, warum Handschuhe beim Warm up ein Muss sind. Auf der abgesperrten Straße vor der Feuerwache durften sich die Teilnehmer aufwärmen, indem sie mehrfach über die Straße robbten. Als Krokodil, Känguru oder Affe sich stets mit den Händen abstützend wurde die Straße gequert.

Das sah zumindest für die Zuschauer recht amüsant aus, sprach aber, wie Posanz versprach, alle Muskelgruppen der Teilnehmer an. Joachim Posanz stellte sodann mit seiner Assistentin Andrea die zehn Teile des Übungsparcours vor. Alle Abschnitte waren mit feuerwehrtechnischem Equipment ausgestattet. Schläuche und Schlauchverbindungen, aus alten Feuerwehrschläuchen gebastelte Dummies und Spritzen dienten als Übungsgeräte. Die Feuerwehrleute übten in voller Einsatzmontur, um ein möglichst realistisches Einsatzszenario zu simulieren.

Ziel war es, ein Ganzkörpertraining durchzuführen, das die Fitness für den Ernstfall steigert. Wer sah, mit welcher Leichtigkeit Joachim Posanz eine Feuerwehrleiter stemmte, dabei in die Knie ging und sie mehrfach über dem Kopf stemmte, so als wäre sie aus Papier gefaltet, dem dürfte schnell bewusst geworden sein, dass die eigene Fitness noch steigerungsfähig ist.

„Man wird ganzkörperwarm“, versprach Posanz. Damit jeder Teilnehmer seiner Leistungsfähigkeit entsprechend trainieren konnte, waren die einzelnen Stationen mit unterschiedlich schweren Geräten ausgestattet. Den Schlauchdummie gab es auch in einer Magerversion oder alternativ mit einem Hebegurt, so wie er auch im Einsatz verwendet wird.

Nach dem Warm up und dem Hauptteil des Workouts folgte das Cooldown in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Wegberg. Joachim Posanz stellte sein neues Buch „Fit for fire“ vor. Dazu gab es Würstchen vom Grill und viele Gespräche rund um das Feuerwehrwesen.

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