Aachen/Heinsberg: Totschlag an Heinsberger Arzt: Sieben Jahre Haft für 19-Jährigen

Aachen/Heinsberg: Totschlag an Heinsberger Arzt: Sieben Jahre Haft für 19-Jährigen

Wegen Totschlags und nicht wie ursprünglich angeklagt wegen Mordes ist der 19-jährige Rumäne Florin S. am Donnerstag vom Aachener Landgericht zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren Haft verurteilt worden.

S. hatte einen pensionierten Heinsberger Arzt, der ihn am 15. Februar als Freier mit nach Hause nahm, zunächst mit einem Messer ins Gesicht gestochen und den 70-Jährigen dann mit einem Laken am Fenstergriff seines Wohnzimmers aufgeknüpft. Der Arzt erstickte dort.

Als Motiv gab der junge Mann an, der Arzt habe ihn zu Praktiken zwingen wollen, die nicht vereinbart waren. Das ursprüngliche angeklagte Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht einer Straftat verwarf das Gericht.

Die Jugendkammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl machte deutlich, dass „ohne das ausführliche Geständnis des Angeklagten” die Beweisführung sehr schwierig geworden wäre. S. war wie andere junge Männer im Januar dieses Jahres von einem kriminellen Paten von Rumänien nach Düsseldorf geholt worden, um dort im Kreditkartenbetrug zu arbeiten.

S. konnte das nicht und wurde zur Rückzahlung seiner von ihm verursachten „Reisekosten” von dem mutmaßlichen Bandenchef auf den Strich geschickt. Missbilligend stellte das Gericht fest, dass die kriminellen Machenschaften des Düsseldorfer Paten bislang ungesühnt seien und die Staatskasse ihm auch noch Zeugengeld zahlen musste. Die Aachener Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre gefordert.

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