Aachen/Heinsberg: Tödlicher Messerangriff: Doris B. muss in die Therapie

Aachen/Heinsberg: Tödlicher Messerangriff: Doris B. muss in die Therapie

Doris B. (58) kann sich vor dem Aachener Landgericht an kaum etwas erinnern. Auch nicht daran, dass sie am 2. März in einer Heinsberger Mietwohnung auf ihren Nachbarn eingestochen hatte. Der Mann überlebte den Angriff nicht. Nun wurden im Prozess die Plädoyers gehalten - in einem Punkt waren sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft einig.

Beide standen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft unter großem Alkoholeinfluss. Der Mann soll an diesem Tag mit einer Wodkaflasche in seiner Wohnung drohend auf die Nachbarin zugegangen sein, sie wehrte sich mit einem Küchenmesser.

In der ersten Etage (rechte Seite) des Greco-Hauses an der Hochstraße kam es am Samstag zu einer Tragödie, bei der ein Mann durch mehrere Messerstiche starb. Foto: Georg Schmitz

Dabei habe die Beschuldigte, so Staatsanwalt Sebastian Muhl in seinem Plädoyer, mehrfach in den Arm des Opfers eingestochen, auch in die Armbeuge, wo sie einen drei Zentimeter tiefen Stich verursachte. Der Mann und schließlich auch Doris B. schliefen ihren Rausch aus, das Opfer aber verblutete und wachte nicht mehr auf. Zwischen der Nachbarin und dem Opfer war es immer wieder zu Gelagen und lautstarken Streitereien gekommen.

In dem Einweisungsverfahren geht es jetzt um den Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge, dies im Zustand der Schuldunfähigkeit. Wegen ihrer Suchtproblematik soll Doris B. zunächst umfassend behandelt werden. Dazu soll sie - hier waren Staatsanwaltschaft und Verteidigung völlig einig - in einer Einrichtung untergebracht werden, die eine kontrollierte Medikamenteneinnahme garantiert und die eine therapeutische Behandlung leisten kann.

Auch das Aachener Schwurgericht unter der Vorsitzenden Richterin Hildegard Tag beteiligte sich an der Suche nach einer solchen Einrichtung. Sie wurde gefunden, wie das Gericht in der Verhandlung mitteilte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll Doris B., die man unbehandelt weiterhin als eine Gefahr für die Allgemeinheit einstuft, in dieser Einrichtung zunächst auf Bewährung bleiben.

Die Entscheidung des Schwurgerichts wird am Mittwoch, 2. Oktober, um 14 Uhr im Justizzentrum Aachen verkündet.