Titus Reinmuth schreibt 60 Geschichten über das Vertrauen

Neues Buch : Titus Reinmuth schreibt 60 Geschichten über das Vertrauen

Der evangelische Pfarrer Titus Reinmuth aus Birgelen hat ein Buch mit alten und neuen Texten veröffentlicht. Es heißt „Im schlimmsten Fall geht alles gut. 60 gute Gründe zu vertrauen.“

Schreiben ist für den evangelischen Pfarrer Dr. Titus Reinmuth aus Birgelen eine seiner großen Passionen, gefühlt eigentlich schon immer. Aktuell schreibt er als stellvertretender evangelischer Rundfunkbeauftragter beim WDR vor allem für das Format „Kirche in WDR“ und ist damit auch regelmäßig selbst zu hören. Aus vielen dieser und weiterer, auch ganz neuer Texte ist jetzt sein erstes „richtiges“ Buch entstanden, erschienen im adeo-Verlag.

„Im schlimmsten Fall geht alles gut. 60 gute Gründe zu vertrauen“ ist die Sammlung von ebenso vielen kurzen Geschichten zum Thema überschrieben. Diese werden in dem 224 Seiten starken Werk immer wieder durch rot gedruckte Songtexte „garniert“, die Reinmuth für seine Band Kreuzweise geschrieben hat. In allen Beiträgen geht es um Selbstvertrauen, um das Vertrauen auf andere Menschen und natürlich im dritten Kapitel auch um das Vertrauen auf Gott.

Seine Dissertation sei in einem Universitätsverlag schon veröffentlicht worden, im Eigenverlag zudem auch Songtexte, die er für die Band geschrieben hat, erzählt er. Geplant war ein eigenes Buch aktuell eigentlich gar nicht. Eher per Zufall habe er im vergangenen Jahr Mitarbeiter des adeo-Verlags kennengelernt, die von ihrer Suche nach neuen Autoren erzählt hätten, erinnert sich Reinmuth. „Ich habe ihnen einige meiner Text mitgegeben. Die fanden sie interessant“, untertreibt er schmunzelnd.

Und bei genauer Durchsicht hätten viele seiner „Radiotexte“ zum Stichwort Vertrauen gepasst, das auch Thema des diesjährigen evangelischen Kirchentags gewesen sei. „Die Zeit war knapp, ein Dreivierteljahr nur, aber es hat gerade so geklappt“, freut er sich, dass das Buch pünktlich zum Kirchentag erscheinen konnte. Hier war er mit der Band Kreuzweise ebenfalls aktiv eingebunden. „Vertrauen ist besser“ heißt deren neues Programm.

Die provokante Frage, ob der Titel des Buches dagegen nicht eher „Schönfärberei“ sei, lässt Reinmuth nicht gelten. „Es passieren immer wieder schlimme Sachen“, sagt er. „Aber wichtig ist doch, ob ich im Laufe der Zeit daraus für mich etwas lerne.“ Was er damit meint, macht er schon im Vorwort deutlich, als er von der Notfall-Operation berichtet, die er selbst überlebt hat. „Da war nichts gut gegangen, sondern alles schiefgelaufen“, schreibt er. „Ich habe gelernt, wie verletzlich das Leben ist. Aber daran ist auch etwas gut gegangen. Ich lebe. Ich kann heute viel mehr genießen. Ich kann besser unterscheiden, was für mich wichtig ist und was nicht.“ Alltagsfragen wie diese und die Gedanken dazu seien es doch, die einen Menschen zu seinen Lebensfragen bringen würden. Was dann zähle, sei Vertrauen, auf sich, auf liebe Menschen um sich herum, auf Gott.

Und so greift Reinmuth viele solcher Fragen in seinem Buch auf. Einige davon sind sogar in Wassenberg entstanden, wo er zwölf Jahre lang als Pfarrer tätig war. In einem Kapitel sieht er unter der Überschrift „Kirchenfenster“ zum Beispiel beim Blick auf die farbige Verglasung der Kreuzkirche die Sonne am Ostermorgen. „Das Leben siegt, das Licht setzt sich durch. Das stärkt mein Vertrauen, immer wieder“, schreibt er. „Ich vertraue darauf, dass wir nicht im Dunkeln bleiben.“

Diesen Text schrieb und las Reinmuth am 15. April 2015. Andere, kleine Werke mit Tiefgang sind dagegen neu für dieses Buch entstanden, etwa das über ein „Klassentreffen“, über den „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ oder die „Biografie-Show“, wie er schreibt. Doch wer Vertrauen habe, für den gebe es „einen Unterschied zwischen dem äußerlich sichtbaren Leben mit Erfolg oder Misserfolg und der unsichtbaren Kraft, die mich in Wirklichkeit leben lässt.“