Erkelenz: Thomas Busse präsentiert sein Comedyprogramm

Erkelenz : Thomas Busse präsentiert sein Comedyprogramm

Kreisrunde Hornbrille, Schiebermütze, Karohemd. Landwirt Heinz Schmitz steuert eine Erotikmesse an. Doch anders als erhofft, bleiben die erotischen Eskapaden aus, Schmitz trifft auf Wahrsager, Pendler, Okkultisten und Tarot Spezialisten.

Die Erotikmesse entpuppt sich als Esoterikmesse. „Erotik oder Esoterik“, lautet auch der Titel des Comedy-Programms, das Thomas Busse alias Heinz Schmitz im Café Kö in Erkelenz präsentierte.

Schmitz ist nicht mehr der Jüngste, seine Ehe plätschert dahin, Höhepunkte gibt es schon lange nicht mehr. Eine Erotikmesse verspricht Abwechslung. „Man muss ja informiert sein, darum geht es sich nur“, sinniert der Landwirt. Auf der Messe angekommen begegnet er Medusa, einer Frau für alle Fälle. Sie schaut in eine Glaskugel, sagt ihm Beziehungen mit jenseitigen Wesen vorher. Das ist in Schmitz Sinne — dennoch: Auf konkrete Umsetzungsversuche reagiert sie mit einer schallenden Ohrfeige.

Verwirrt sucht der Landwirt Trost im Verzehr einer Currywurst. Selbst dieser Wunsch erfüllt sich nicht. „Mit Mördern will ich nichts zu tun haben“, entgegnet die Tofu Verkäuferin verärgert. Beim Rundgang über das Messegelände erhält Schmitz Angebote wie: „Wollen sie die Apokalypse in dreidimensionalen Äther erleben?“

Oder: „Wollen sie das ewige Leben?“ Dankend lehnt der bodenständige Mann ab, überlegt kurz und antwortet, das sei ihm einfach zu lang. Seine Stimmung hebt eine esoterische Modenschau mit elfengleichen Kleidchen, sie ist endlich nach seinem Geschmack. „Da ging der Spargel in die Höhe“, drückt Schmitz seine Freude in Worten aus, während er sich genüsslich mit der Zunge über die Lippen leckt.

Thomas Busse ist bundesweit auf Tour, spielt die Rolle mit der anzüglichen Note seit zehn Jahren. Den Text hat er wohlbedacht im rheinländischen Dialekt angelegt. „Weil der Rheinländer mit seiner Direktheit auffällt“, erklärt er. Busse lebt in Erkelenz, ist vielseitig künstlerisch veranlagt, hat 21 Bücher geschrieben, ist Teilheber eines Verlags, Schauspieler, Regisseur, Maler und Singer-Songwriter.

Er selbst sagt von sich, tiefgläubig und spirituell interessiert zu sein. Vieles von dem, was er in seinem Comedy-Programm präsentiere, habe er selbst erlebt. Daraus ist die Idee entstanden ein Programm zu schreiben. Die Kernbegegnungen habe es tatsächlich gegeben.

Busse greift die Absurditäten der Esoterikwelt auf, kommuniziert interaktiv mit seinem Publikum, nimmt mitunter auch eine Gitarre zur Hand und stimmt ein Mantra-Lied an. Das Publikum im Café Kö dankt ihm das mit langem Applaus.