1. Lokales
  2. Heinsberg

Gondelweiher in Wassenberg: Technische Störung führte zu Fischsterben

Gondelweiher in Wassenberg : Technische Störung führte zu Fischsterben

Nach dem Fischsterben im Wassenberger Gondelweiher hat der Wasserverband die Ursache gefunden. Wie die technische Störung aussah und wie es nun weitergeht.

Eine technische Störung am Regenüberlaufbecken Alt-Holland war für eine Verunreinigung und ein Fischsterben im Wassenberger Gondelweiher verantwortlich. Das teilte der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) nun mit. Am Montagabend wurden im Gondelweiher in Wassenberg durch Spaziergängerinnen und Spaziergänger tote Fische gesichtet. „Diese verendeten durch Sauerstoffmangel in dem Gewässer. Weitere Fische hielten sich im Bereich der Wasseroberfläche auf“, so der WVER.

Feuerwehr und Wasserverband ergriffen umfangreiche Maßnahmen, um den Sauerstoffgehalt im Weiher zu erhöhen. Frisches Wasser wurde in den Weiher gespritzt und Belüfterplatten wurden eingebracht. „Der Sauerstoffgehalt im Gewässer konnte dadurch bereits wieder verbessert werden“, so der WVER.

Da im Gondelweiher und in einem Vorteich, der einen Sedimenteintrag aus dem durchlaufenden Gasthausbach verhindern soll, ein Abwassergeruch wahrzunehmen war, untersuchte der Wasserverband die oberhalb gelegenen, von ihm betriebenen Abwasserbauwerke „Alt Holland“. Dabei handelt es sich um ein älteres Regenüberlaufbecken in Kombination mit dem 2021 in Betrieb genommenem Regenrückhaltebecken, die bei heftigen Regenfällen Wasser aus der Kanalisation aufnehmen. „Wenn die Wassermengen zu groß werden, wird Wasser in den Gasthausbach abgeschlagen. Diese Becken haben im Zusammenspiel dabei eine erhebliche Verminderung der Abschlagsmengen ermöglicht“, so der WVER. Stark verdünntes Abwasser gelangt so in den Bach. Das Abwasser stelle im Normalfall „keine kritische Belastung“ für den Bach dar, so der WVER.

Diesmal kam es jedoch durch eine technische Störung und „Verblockungen an einem Schieber“ zu einem Einstau der Becken mit hoch konzentriertem Abwasser. Durch den Regen am Wochenende wurde dieses Abwasser dann aus den Becken über die Abschlagsleitung in den Gasthausbach gespült und gelangte so in den Vorteich und den Gondelweiher. „Durch die im Abwasser vorhandene Schmutzfracht mit Sauerstoff zehrenden Stoffen kam es zum Sauerstoffmangel im Gondelweiher, der zu dem Fischsterben führte“, erklärt der Wasserverband in seiner Pressemitteilung.

Für die Zukunft kann der Wasserverband nun Entwarnung geben. Bei der Inspektion der Becken seien diese bereits wieder leergelaufen gewesen, „so dass kein weiterer Eintrag in den Gondelweiher mehr erfolgt“. Der Wasserverband belüfte den Gondelweiher jedoch weiterhin, weil der Gasthausbach aktuell zu wenig Wasser führt, um einen Wasseraustausch im Gondelweiher sicherzustellen. Aus diesem Grund wird auch weiter frisches Wasser in den Weiher geleitet.

„Die Situation am Weiher wird dabei weiter beobachtet, der Verband nimmt Wasserproben, um die Entwicklung der Wasserbeschaffenheit zu untersuchen. Die toten Fische wurden inzwischen durch die Feuerwehr, den Bauhof der Stadt Wassenberg und Mitglieder des am Weiher tätigen Fischereivereins entfernt“, so der WVER.