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Impfungen laufen an: Team und Bewohner spürbar erleichtert

Impfungen laufen an : Team und Bewohner spürbar erleichtert

Kleiner Piks, große Erleichterung: In den Einrichtungen der Lambertus gGmbH in Hückelhoven ist die erste Impf-Phase durchlaufen.

Das Telefon klingelt im Büro von Marcel Ballas. Der Geschäftsführer der Lambertus gGmbH nimmt ab – und kurz darauf stehen ihm Tränen in den Augen. Es sind Tränen der Freude, denn gerade hat er erfahren, dass am Sonntag die Impfungen gegen Covid-19 eintreffen werden und die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtungen somit am selben Tag noch geimpft werden können.

„Das fühlt sich an wie der Mauerfall“, sagt er mit brüchiger Stimme. Ein Jahr herrsche nun schon der Ausnahmezustand aus Kontaktbeschränkungen, Alternativangeboten, Fiebermessungen der Besucher und Schnelltests und vielem mehr. „Wir alle – voran das Leitungsteam – sind an unserer menschlichen Grenze angelangt“, so Ballas.

Für ihn habe das Ganze mit Veilchendienstag im vergangenen Jahr begonnen. „Meine Frau und ich machten Urlaub und hatten gerade im Hotel in der Lüneburger Heide eingecheckt, als der Anruf eines befreundeten Arztes kam, der mitteilte, dass es einen Corona-Fall im Kreis Heinsberg gibt.“ Noch abends sei ein weiterer Anruf vom Kreis Heinsberg gekommen, dass alle Tagespflegehäuser geschlossen werden müssen. „Am Aschermittwoch saß ich bereits mittags in Hückelhoven und hielt mit dem Managementteam die erste Krisensitzung ab“, erinnert sich Marcel Ballas. Die „Impfung“ verstehe er deshalb als eine Art von Befreiung. Sogleich öffnet er die Tür, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den angrenzenden Räumen die frohe Mitteilung zu machen.

 Am Sonntag ist es dann soweit: Morgens um 7.30 Uhr wird der Impfstoff angeliefert.  Das Ärzteteam trifft um 9.30 Uhr ein und um 10 Uhr werden bereits die ersten Bewohner der Wohnbereiche geimpft. Dank der guten Organisation läuft alles wie am Schnürchen.

Die Impfwilligen müssen über das Testzentrum das Gebäude betreten, wo bei denjenigen, die keinen aktuellen Coronatest vorweisen können, einer durchgeführt wird. Bei den anderen wird kurz Fieber gemessen. Dann werden die Einwilligungsunterlagen kontrolliert – und schon geht es zu einem der Ärzte, der noch kurz Fragen stellt, aufklärt und schließlich die Impfung verabreicht. Die Geimpften erhalten ihre Impfbescheinigung und ihren Impfausweis mit der eingetragenen Impfung und geben die Bescheinigung dann im Restaurant der Einrichtung an zwei Mitarbeiter ab.

Anschließend nehmen sie hier für eine halbe Stunde Platz, damit bei möglichen Nebenwirkungen direkt jemand zur Stelle ist. Eigens hierfür wurde eine Notfallecke mit Liege und Defibrator eingerichtet, die glücklicherweise nicht zum Einsatz kommt. Am Ende gegen 16 Uhr sind 261 Bewohner und Mitarbeiter geimpft.

Die Erleichterung, dass alles so reibungslos ablief, steht den Geimpften, Beteiligten und Organisatoren sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben. „Ich bin glücklich, dass wir diese logistische Herausforderung bis ins Detail so toll geschafft haben“, erklärt Marcel Ballas erleichtert. Dankbar ist er allen, die dazu beigetragen haben – besonders auch dem Krisenteam, dem neben ihm Yvonne Geurts und Heike Esser angehören, sowie seinem Kollegen Volker Kratz, Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime St. Josef gGmbH, der ihn mit vielen hilfreichen Tipps für den Ablauf unterstützt habe. Er sei nun beruhigt, aber auch geschafft, gibt Ballas zu. Er weist darauf hin, dass natürlich die bestehenden Coronavirus-Regeln weiterhin gelten würden.

Und in drei Wochen steht dann noch die zweite Impfung an. Doch nun sind die Abläufe klar, das Team ist eingespielt.

(red)