Tausende Zuschauer bei Dekanatsschützenfest in Selfkant-Saeffelen

Tradition und Brauchtum im Mittelpunkt : Tausende Zuschauer bei Dekanatsschützenfest

Das erste Dekanatsschützenfest in Selfkant-Saeffelen am Wochenende lieferte wieder ein Paradebeispiel für Brauchtumspflege.

Der Festzug lockte die 21 angeschlossenen Bruderschaften aus dem Schützendekanat Gangelt-Selfkant nach Saeffelen, begrüßt wurden mit den Bruderschaften aus Waldfeucht, Bocket, Gillrath und Hülhoven-Grebben-Eschweiler gleich vier Gastvereine aus den Schützenbezirken Heinsberg und Geilenkirchen.

Am Nachmittag erklang Musik aus allen Ecken und Winkeln im Ort, die Bruderschaften reisten mit ihren Musikanten zur Festwiese am Sportplatz. Hier hatte der SC Selfkant seine Mannen im Einsatz, sie unterstützten die Schützen und sorgten für die Bewirtung. Der Ortskern selbst war für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde sorgte für die Sicherheit wie auch der Rettungsdienst.

Als erste Bruderschaft marschierten die Gäste aus Hülhoven-Grebben-Eschweiler mit Trommler- und Pfeiferkorps zur Festwiese. Und dann ging es fast im Minutentakt weiter, der Sportplatz war dann ab 14 Uhr voller Schützen und Spielmannsleute. Hier gab es das Freundschaftstreffen der Schützen- und Spielmannsfreunde, die Schützenfeste sind stetig ein große Familientreffen.

Und dann hieß es nach der Tradition: „Bitte Aufstellung nehmen, der General kommt“. Für die ankommende St.-Sebastianus Schützenbruderschaft Saeffelen war es der Beginn eines unbeschreiblichen Tages, der seinen Lauf nahm. Die erste Parade vorbei an der gesamten Schützenfront war beeindruckend. Dekanatsbundesmeister Norbert Küppers kam bei diesem Bild selbst ins Schwärmen. Nach einer emotionalen Feldandacht durch Schützenpräses Jose Kallupilankal begann für alle Festzugteilnehmer das ganz große Fest. Ganz besonders für das heimische Königspaar Bernd und Michaela Clemens, das Kaiserpaar Josef und Hildegard Kitschen sowie die Ehrendamen mit Luisa Kitschen, Angelina Pauels, Helen Sentis, Anne Joerissen und Judith Goertz.

Und ebenfalls einen tollen Tag erlebte Heinz Dahlmanns. Er war der General des Schützenfestes. Als die Spielmannsleute und der Musikverein aus Saeffelen von Festwiese Richtung Straße marschierten, trauten sie ihren Augen kaum: An der Westzipfelschule blickte man rechts und links auf unzählige Kirmesbesucher auf den Bürgersteigen, die die Applaus-Welle starteten.

Das heimische Königspaar Michaela und Bernd Clemens ließ sich in Saeffelen so richtig feiern und erntete eine ganze Menge Applaus. Foto: Heinz Eschweiler

Traditionell beginnt jedes Dekanatsschützenfest mit dem Heimatabend. Es war der Heimatgedanke, der viele Saeffelener, die einst auszogen, um die Welt zu sehen, zum Schützenfest in die Heimat führte. Schirmherr Dr. Paul Beckers freute sich, dass viele „Soefelder“ mitfeierten, das Festzelt war trotz Hitze proppenvoll. Der Schirmherr lobte den Ortsgeist, sah auch in den Vorbereitungen eine große Soefelder Familie, die zusammensteht. In den Festreden, unter anderem durch Ortsvorsteher Werner Joerissen, Schützenpräsident Willi Peters oder Präses Kallupilankal, stand der Heimatgedanke im Vordergrund.

Es war ein Heimatabend mit vielen Programmpunkten. Ob Spiel der Musikanten, Gesang, Showtänze, Vorträge, Vorstellung der Fahnenschwenker oder der Ehrendamen – der Heimatabend war sehr emotional. Es gab viele Highlights wie das Trompetensolo durch Erik van Mulden vom Musikverein, und natürlich auch den Ehrungsblock. Hier würdigte der Gastgeber über 50 Vereinsmitglieder für ihre Vereinstreue. 25 Schützenmitglieder wurden für 25 Jahre Treue gewürdigt, 18 für 40 Jahre. Leo Dreißen, Theo Gehlen, Johann Kuipers, Karl-Heinz Stoffels-Fiegen und Albert Willems wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Es gab eine Steigerung durch Heinz Dahlmanns, Josef Dahlmanns, Peter Huben, Karl-Heinz Mobers, Manfred Mobers, Peter Mols und Hans Otten – seit 60 tragen sie das Schützenwesen im Herzen.

Ehrendamen: Saeffelens Ehrendamen setzten einen sehr hübschen Farbtupfer in den Festzug. Foto: Heinz Eschweiler

Dekanatsbundesmeister Norbert Küppers verlieh anschließend Ehrungen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Thomas Reinhold, Frank Clever, Herbert Maassen und Werner Joerissen erhielten das Silberne Verdienstkreuz. Der Hohen Bruderschaftsorden wurde an Thomas Jansen, Bernd Clemens, Conny Rottloff, Willy Peters, Lothar Beckers und Josef Kitschen verliehen.

Das Sebastianus-Ehrenkreuz erhielt unter großem Beifall Helmut Schütz. Diözesanbundesmeister Josef Mohr und Hermann-Josef Kremer vom Diözesanvorstand hatten eine der höchsten Auszeichnungen im Schützenwesen im Gepäck. Das Schulterband zum Sebastians-Ehrenkreuz erhielt Heinz Dahlmanns für seine Verdienste im Schützenwesen. Wie sehr er die Schützenideale verwirklicht und lebt, zeigte die Feldandacht mit sehr persönlichen Fürbitten.

Hohe Auszeichnungen gab es während des Festes auch im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Natürlich wurde das mit ordentlichem Applaus honoriert. Foto: Heinz Eschweiler

Absoluter Höhepunkt eines Heimatabends ist der große Zapfenstreich. Die Spielmannsleute und Musikverein St. Gregorius Saeffelen, die Freiwillige Feuerwehr und die Schützenoffiziere brachten trotz der Mitternachtshitze echtes „Gänsehautfeeling“.

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