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Tante-Emma-Bus zur Nahversorgung in Holzweiler kommt gut an

Nahversorgungsprojekt : Tante-Emma-Bus kommt gut an

Gut kommt er in Holzweiler an, der Tante-Emma-Bus. Erste Erfahrungen sind positiv, demnächst rollt das Einkaufsmobil auch durch andere Orte im Erkelenzer Land sowie nach Gangelt.

Im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes auf der Suche nach einem Treffpunkt im Ort war die Idee geboren worden. Aus dem entsprechenden Arbeitskreis heraus bildete sich der Verein „Seilerdorf-Treff“, der auch schnell im Pfarrheim ein Café und sonntags einen Brötchenservice auf die Beine stellte. Was in Holzweiler aber fehlte, war eine Einkaufsmöglichkeit für die alltäglichen Dinge. Im Deutschen Roten Kreuz fand der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Steffens einen interessierten Ansprechpartner. Denn beim DRK war schon zuvor im Rahmen möglicher Quartierarbeit der sogenannte „Tante-Emma-Bus“ als Angebot zur Nahversorgung in dörflichen Regionen diskutiert worden. Nachdem mit Alice Coenen auch eine „Tante Emma“ für den rollenden Laden gefunden war, konnten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Am 18. Januar war es dann so weit: Der rollende Tante-Emma-Laden machte erstmals Station auf dem Hof der alten Schule, die in Holzweiler als Treffpunkt für Vereine dient und auch das kleine Heimatmuseum des Dorfes beherbergt.

Das Angebot kam an, denn es entspricht tatsächlich im Großen und Ganzen dem eines klassischen Tante-Emma-Ladens, betonte der DRK-Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde beim Ortstermin auf dem Schulhof. Mit dem Engagement gehe der Kreisverband neue Wege, hob er hervor. „Wir wissen nicht genau, wohin es sich entwickeln wird“, sagte er. „Doch wir sind dabei.“ Das DRK stellt nicht nur den rollenden Dorfladen. Alexander Altmann vom Ortsverein Holzweiler organisiert in der Schule zeitgleich ein Café, das vor oder nach dem Einkauf zum Klönen einlädt.

Auch Bürgermeister Peter Jansen zeigte sich erfreut darüber, dass die Initiative aus der Bürgerschaft so erfolgreich ist. „Die Menschen vor Ort wissen am besten, was sie brauchen“, betonte er. „In Holzweiler sind sie auf dem richtigen Weg, weil alle zusammenarbeiten.“ Das komme auch den Planungen der Stadt sehr entgegen, die das Dorfentwicklungskonzept in Holzweiler unterstützt.

Bei Alice Coenen bekommen die Kunden, was man im Alltag braucht. Von frischem Obst und Gemüse über Tiefkühlkost und Konserven bis hin zum Schokoriegel, Putz- und Hygienemitteln. Mittlerweile hat sich auf dem Schulhof ein richtiger Markt entwickelt, der freitags zum Besuch einlädt. Denn das Angebot ist schon gewachsen. Neben frischem Geflügel und Eiern, frischen Schnittblumen und Wurstwaren ist künftig auch ein Bäcker dabei und macht das Angebot vor Ort noch vielseitiger. In Holzweiler könne man durchaus von einer Erfolgsgeschichte sprechen, waren sich Terodde und Jansen einig. Vor allem eine, die hoffentlich Schule macht.

Das DRK wird mit dem Tante-Emma-Bus zukünftig auch andere Erkelenzer Außenorte besuchen und so seine Präsenz ausbauen. Montags und freitags sollen auch Katzem, Tenholt, Granterath, Gerderhahn, Matzerath, Borschemich, Venrath und Keyenberg vom rollenden Laden besucht werden. Ab Dienstag, 7. Mai, ist bereits Gangelt mit einigen Ortschaften dabei, erklärte Einsatzleiter Hardy Hausmann vom DRK.