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Projekt der Lambertus gGmbH: Tagespflege in Hückelhoven nun auch für junge Menschen

Projekt der Lambertus gGmbH : Tagespflege in Hückelhoven nun auch für junge Menschen

Ein neues Projekt der Lambertus gGmbH ist in Hückelhoven gestartet: In einer Tagespflege können junge zu pflegende Menschen betreut werden.

Ein bedarfsgerechtes Angebot für eine bisher mit wenig Aufmerksamkeit bedachte Personengruppe ist nun gestartet: „Dank mutigen Entscheidungen eröffnen wir heute bundesweit die erste Tagespflege für junge Menschen. Das macht uns als Team sehr stolz.“ Mit diesen Worten begrüßte Marcel Ballas, Geschäftsführer der Lambertus gGmbH, die vielen Gäste, die der Einladung zur feierlichen Eröffnung des „Check.In“ in der Jülicher Straße 11 in Hückelhoven, in dem täglich zwölf Menschen betreut werden können, gefolgt waren. Sie alle wurden Zeugen der symbolischen Schlüsselübergabe durch den Hückelhovener Architekten und Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Emondts und der Einsegnung der Räumlichkeiten durch Pater Anton Steinberger.

Die Vision, eine Tagespflege zu bauen, habe das Team der Lambertus gGmbH gemeinsam getragen. „Uns allen war klar, dass wir hier über eine vergessene Gruppe von Menschen sprechen, für die es noch mehr geben muss“, betonte Ballas. Bereits vor sieben Jahren habe die Lambertus gGmbH die Junge Pflege mit 25 stationären Plätzen eröffnet. 2019 habe man das Angebot um die in NRW erste ambulant betreute Wohngemeinschaft für junge Menschen mit einer nicht angeborenen Hirnerkrankung erweitert. Diese daraus gewonnenen Erfahrungen führten unweigerlich zu der Idee einer Tagespflege für junge Menschen.

Dass nun die Tür des „Check.In“ offen stehe, sei ein großes Verdienst des tollen Teams. „Gemeinsam haben wir eine Organisation aufgebaut, die jeden Tag rund 800 Menschen betreut.“ Damit bedankte sich Marcel Ballas bei allen Menschen, die die Vision einer Tagespflege für junge Menschen unterstützt haben durch Spenden, Stiftungsgelder, das innovative Mitdenken beim Bau und bei der Einrichtung der Räume.

Er blickte auf den großen Bildschirm im Wohn- und Essbereich der Tagespflege, auf dem Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, erschien und sich mit einem Grußwort an die Gäste wandte. Laumann verdeutlichte, dass es in NRW 1200 Tagespflegen gibt, die sich als Instrument sehr bewährt haben, damit alte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung des Zuhause verbleiben können, aber auch nicht mehr einsam sein müssen. Mit dem „Check.In“ sei nun ein Service-Angebot für junge Menschen geschaffen worden. „Ich danke Ihnen, dass Sie den Mut hatten, eine solche Tagespflege einzurichten, und wünsche, dass sie ein festes stabiles Angebot in ihrer Region wird und bleibt.“

Diesen Worten schloss sich Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung, an. Diese besondere Tagespflege richte sich an junge zu pflegende Menschen – und damit an eine Personengruppe, die zu wenig mit Aufmerksamkeit bedacht werde. Die Pflege werde in der Regel mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Aber es gebe immer mehr junge pflegebedürftige Menschen, insgesamt 4,1 Millionen unter 65 Jahren, für die es gelte, ein gesundes Umfeld zu schaffen.

Junge Menschen hätten andere Bedürfnisse als ältere. „Ich freue mich, dass ich heute dabei sein darf, zu sehen, wie dieses bedarfsgerechte Konzept umgesetzt wird“, unterstrich sie. In diesem Quartier der Lambertus gGmbH gebe es nun einen bunt gefächerten Strauß an Möglichkeiten für junge pflegebedürftige Menschen – und dies alles aus einer Hand. Mit dem Konzept „fordern, fördern, therapieren und in den Alltag integrieren“ werde der richtige Schwerpunkt gesetzt. „Ich wünsche mir, dass Ihr Angebot nicht einzigartig bleibt, sondern Schule in NRW macht“, schloss Middendorf.

Dass ein innovatives Projekt auf den Weg gebracht wurde, auf das auch die Stadt Hückelhoven sehr stolz sei, betonte Thorsten de Haas, Beigeordneter der Stadt Hückelhoven, der stellvertretend für Bürgermeister Bernd Jansen Grußworte sprach. Er danke allen Projektbeteiligten.

Ebenfalls ein Grußwort überbrachte stellvertretender Landrat Erwin Dahlmanns im Namen von Landrat Stephan Pusch. Der Kreis begrüße es sehr, dass die Lambertus gGmbH mit dem Angebot landesweit Vorreiter sei, sagte er.

Bei allen Ansprachen fiel immer wieder ein Name – und zwar der von Marcel Ballas. Wolfgang Emondts brachte es auf den Punkt: „Du bist der Motor von Lambertus. Lambertus ist mit deinem Team zum Wohlfühlquartier für junge und alte Menschen geworden.“

(red)