Hückelhoven/Erkelenz: Tagebau: Beeindruckende Blicke auf den Verfall

Hückelhoven/Erkelenz : Tagebau: Beeindruckende Blicke auf den Verfall

Eine beeindruckende Ausstellung wird der Fotoclub Lebensart vom 7. März bis 30. April zeigen: Unter dem Titel „Verlorene Heimat — für immer festgehalten“ werden im Café Lebensart, Dr.-Ruben-Straße 34 in Hückelhoven, Fotos ausgestellt, die in den Orten Borschemich und Immerath entstanden sind.

Zusammen mit dem Fotoclub Hückelhoven hatten die Mitglieder des Fotoclubs Lebensart dort einen ganzen Tag lang fotografiert. Wieder einmal bekamen die Hobbyfotografen hilfreiche Unterstützung von den Fotografen des Fotoclubs Hückelhoven. Entstanden ist eine 20 Exponate umfassende Ausstellung.

Tour zum Tagebaurand: Teilnehmer der Foto-Exkursion am Tagebau-Aussichtspunkt nahe Jackerath.

Die Intention: Über 1000 Jahre alte Orte müssen bekanntlich seit Jahren dem Energiehunger weichen. Bis Ende 2017 werden auch die Orte Immerath und Borschemich durch die riesigen Schaufelräder der Braunkohlebagger verschwunden sein. Rund 48 Quadratkilometer ist die Tagebaufläche groß. Jeder achte der rund 45.000 Einwohner der Stadt Erkelenz ist von einer Umsiedlung betroffen. Von rund 2000 Menschen, die in Borschemich und Immerath lebten, wohnen jetzt nur noch ein paar Dutzend in den verlassenen und vom Zerfall gezeichneten Dörfern.

Auch die Mitglieder des Fotoclubs Lebensart, der sich aus Klienten des Betreuten Wohnens Hückelhoven und des Haus Schnorrenberg der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf zusammensetzt, berührt das Thema Tagebau. Beim ersten Treffen der Teilnehmer im Jahr 2013 kam schnell die Idee auf, zu diesem Thema eine Exkursion nach Immerath und Borschemich zu machen. Das Mitgefühl mit den Menschen, die dort ihre Heimat verloren haben und noch verlieren, war groß. Und ebenso groß war in der Folge die Motivation, Eindrücke mit der Fotokamera festzuhalten und abzubilden. Die eindrucksvollen Ergebnisse dieser Fotoarbeiten werden ab Freitag, 7. März, zu sehen sein.

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