Heinsberg-Karken: Suche nach Werken des Heinsberger Künstlers Jupp Koulen erfolgreich

Heinsberg-Karken : Suche nach Werken des Heinsberger Künstlers Jupp Koulen erfolgreich

200 Werke des Heinsberger Künstlers Jupp Koulen haben die Jupp-Koulen-Forscher Rainer Florack, Michael Koulen, Willi Krings und Manfred Rulands bislang bei 100 Eigentümern auffinden können. Die Jupp-Koulen-Forschung hatte nach einem Bericht in dieser Zeitung, der im Dezember vergangenen Jahres erschienen war, ein enormes Echo in der Bevölkerung gefunden.

Viele Gespräche begannen mit dem Satz: „Da hab ich auch noch einen.“ Nicht nur aus Heinsberg, sondern auch überregional meldeten sich Besitzer von Werken des Heinsberger Malers und Bildhauers Jupp Koulen. Florack, Koulen, Krings und Rulands gingen allen Hinweisen auf den Verbleib von Kunstwerken des lange Zeit in Vergessenheit geratenen Heinsberger Künstlers mit detektivischem Spürsinn nach.

In Heinsberg begraben

Jupp Koulen lebte von 1905 bis 1981 und ist auf dem Heinsberger Friedhof an der Geilenkirchener Straße begraben. Das immense Werk Koulens, der viele Jahre in Heinsberg lebte und arbeitete, für die Nachwelt zu erhalten, haben sich die Jupp-Koulen-Forscher zur Aufgabe gemacht. Alle derzeit bekannten Arbeiten sollen dokumentiert und in einem Katalog erfasst werden. Eine Ausstellung, nach Möglichkeit im Begas Haus in Heinsberg, soll das Werk repräsentativ der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Manfred Rulands hat im Archiv des Kreises Heinsberg Fotografien einer Jupp-Koulen-Ausstellung ausfindig gemacht. Die Schau hatte 1965 im Kreisheimatmuseum in Heinsberg stattgefunden. Fotografien dieser Ausstellung zeigen die Arbeiten des Künstlers, deren Verbleib teilweise noch unbekannt ist. So ist beispielsweise die Skulptur eines knienden Jungen, der sich auf die Hände abstützt, abgebildet. „Wir wissen bislang nicht, wo diese Arbeit geblieben ist“, sagt Manfred Rulands und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Michael Koulen, Großneffe von Jupp Koulen, erschien zu einem Treffen der Kunstdetektive im Elternhaus von Willi Krings in Karken mit einem schönen Landschaftsaquarell. Es stammt von Jupp Koulen, der es 1975 gemalt hat. Gekauft hat es Michael Koulen vor ein paar Wochen. Eine Düsseldorfer Kunststudentin hatte den Zeitungsbericht über Jupp Koulen gelesen, sich bei Michael Koulen gemeldet und ihn darauf hingewiesen, dass sie auf einem Flohmarkt besagtes Jupp-Koulen-Aquarell entdeckt hatte. Michael Koulen wurde sich schnell mit der Verkäuferin handelseinig und konnte das Werk seines Großonkels mit nach Hause nehmen.

Handelseinig wurde sich auch Willi Krings mit dem Besitzer einer Skulptur, die einst am Eingang eines Märchenparks in Neersen gestanden hatte. Die Skulptur zeigt eine Mutter, die ihren beiden Kindern vorliest. Als Krings das Werk unter Gestrüpp versteckt entdeckte hatte, stand die Skulptur zwar noch immer am originalen Platz, nur der Märchenpark war inzwischen verschwunden.

Plastik soll an ihrem Platz bleiben

Heute steht die Plastik im Garten von Willi Krings' Elternhaus in Karken und wird sich dort so schnell nicht mehr wegrühren. Dieses Werk hatte Jupp Koulen in Beton gießen lassen, so dass sie ein ordentliches Gewicht hat. Bis auf wenige Abplatzer am Sockel hat sie die Zeit aber wohlbehalten überstanden. Krings: „Mir war bisher gar nicht bekannt, dass Koulen auch mit Beton gearbeitet hat.“

Doch auch eine zweite in Heinsberg entdeckte Figur, die einen Christophorus darstellt, ist aus diesem Material erschaffen. Willi Krings freut sich besonders darüber, dass er den Hinweis auf die „Märchen“-Figur von der Dame bekam, die Jupp Koulen damals Modell gestanden hatte, als Koulen Figuren für den Märchenpark in Neersen gestaltete. Jupp Koulen hatte unmittelbar nach dem Krieg fünf Jahre in der Nähe von Neersen gewohnt, und dort waren auch Schneewittchen und Co. entstanden.

Rainer Florack hatte eines Tages einen Anruf erhalten, der eine wahre Jupp-Koulen-Schatzkiste öffnen sollte. Ein Heinsberger Bürger hatte ihn in sein Haus eingeladen. Dort staunte Rainer Florack dann nicht schlecht. Der Anrufer präsentierte ihm an den Wänden seines Hauses eine Vielzahl von Jupp-Koulen-Bildern. Koulen hatte für den Sammler auch eine große Anzahl von Clown-Motiven gemalt.

Durch die Jupp-Koulen-Forschung werden die Werke des Heinsberger Künstlers nun neu entdeckt. Rainer Florack, Michael Koulen, Willi Krings und Manfred Rulands versuchen, auch die Lebensstationen von Jupp Koulen zu rekonstruieren, solange noch Zeitzeugen vorhanden sind. Das Werk des Heinsberger Malers und Bildhauers Jupp Koulen soll vor dem Vergessen gesichert werden.