Suche nach geeigneten Flächen für sauberen Strom läuft

Kreis Heinsberg : Kreis Heinsberg möchte eigenen Strom produzieren

Mit einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Stromnutzung in den Liegenschaften des Kreises Heinsberg befasste sich der Kreisausschuss. Noch laufe die Suche nach geeigneten Flächen zur Gewinnung sauberen Stroms, so der Landrat. Er bittet um Zeit zur Suche.

Der Kreis Heinsberg habe sich in seinem Klimaschutzkonzept unter anderem dazu verpflichtet, dafür nur noch Ökostrom zu beziehen sowie den Einsatz von Ökostrom in Unternehmen und privaten Haushalten zu fördern, schickten Fraktionsvorsitzende Maria Sprenger und ihre Stellvertreter Jörg van den Dolder ihrem Antrag in einem Schreiben an Landrat Stephan Pusch voraus. „Dabei sollten nur Ökostrom-Zertifikate mit hohem Qualitätsstandard akzeptiert werden, die den Ausbau neuer Energieanlagen fördern“, zitierten sie weiter aus dem Konzept.

Der Antrag der Fraktion sollte nun die Verwaltung zu einer Prüfung veranlassen, welche Art Ökostrom derzeit tatsächlich vom aktuellen Anbieter NEW bezogen wird. Falls es sich dabei nur um „veredelten“ bzw. „umetikettierten“ Strom handele, solle der Kreis den Strombezug umstellen auf einen Stromtarif mit einem hohen ökologischen Qualitätsstandard, hieß es im Antrag weiter.

Der Kreis Heinsberg beziehe vom derzeitigen Anbieter NEW Ökostrom, der zu 100 Prozent aus Wind- und Wasserkraft gewonnen werde, erklärte der Landrat im Ausschuss. Die Herkunftsnachweise zur Veredelung der Stromlieferung würden aus europäischen Wind- und Wasserkraftanlagen stammen und die Vorgaben des Artikels 15 der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (2009/28/EG, des Europäischen Parlaments und des Rats vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen erfüllten. „Ein entsprechendes Zertifikat zum Bezug von 100 Prozent Ökostrom liegt der Kreisverwaltung vor und ist noch bis zum 31. Dezember 2021 gültig“, erklärte er.

Es könnten auch andere Ökostromprodukte mit anderen Zertifikaten bezogen werden, so Pusch weiter. „Bei allen Versicherungen und Zertifizierungen besteht aber das Risiko, dass der angestrebte Zweck einer umfassenden Ökostromproduktion vor Ort nicht erfüllt wird.“ Die Kreisverwaltung werde daher prüfen, inwieweit neue Flächen für Photovoltaikanlagen an kreiseigenen Liegenschaften erschlossen werden könnten, um den Eigenstromverbrauch möglichst umfassend selbst zu decken. „Ich bitte Sie, uns dafür Zeit zu geben“, sagte er.

Prüfungen laufen

Die Kreisverwaltung komme aus statischen Gründen für eine solche Anlage nicht in Frage, wohl aber das Dach der neuen Janus-Korczak-Schule gleich in der Nähe er Kreisverwaltung, nannte er sodann ein Beispiel. Erzeugung von Strom und Verbrauch würden dann während der Dienstzeiten in der Kreisverwaltung quasi parallel laufen. Zudem werde geprüft, ob vielleicht auch die Parkplätze quasi mit Solarmodulen überdacht werden könnten. Weitere Möglichkeiten böten eventuell die geschlossenen Flächen der Mülldeponien. „Wir sind mit Ingenieuren dabei, dies zu prüfen“, erklärte der Landrat.

Die Grünen boten schließlich an, ihren Antrag zurückzunehmen bis zur Realisierung der eigenen Stromproduktion. Wichtig sei dann, die Lücke für den darüber hinaus noch notwendigen Strom mit echtem Ökostrom zu schließen, so van den Dolder.

Mehr von Aachener Zeitung