Steter Appell zur Kastration zeigt endlich Wirkung

Weltkatzentag : Steter Appell zur Kastration zeigt endlich Wirkung

Rund zwei Millionen Streunerkatzen leben nach Schätzungen von „Pro Katze“ derzeit in Deutschland. Das Bündnis „Pro Katze“ ist ein seit 2011 bestehender Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Tasso, Vier Pfoten und Bund gegen Missbrauch der Tiere.

Unterernährung, Krankheiten, Verletzungen und Kälte verursachten bei den Tieren oft erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden, die nicht selten mit einem qualvollen Tod endeten. Daher appelliert das Bündnis zum Weltkatzentag am Donnerstag erneut an alle Katzenhalter, ihre eigenen Hauskatzen, die Freigang genießen, kastrieren zu lassen.

Die Verpaarung von unkastrierten freilaufenden Tieren mit Streunerkatzen verschärfe die Situation. Auch das Tierheim für den Kreis Heinsberg wird nicht müde, immer wieder auf die Problematik hinzuweisen. Was mittlerweile im Kreis Heinsberg auch von Erfolg gekrönt sei, wie Tierheimleiterin Sina Braun gegenüber unserer Zeitung bestätigt.

„Ich habe vor neun Jahren in Heinsberg angefangen“, erinnert sich Sina Braun. „Damals hatten wir dick 120 bis 130 Katzen hier um diese Zeit. Jetzt sind es etwa 100. Man merkt also schon, dass verstärkt kastriert wird. Es wäre ja auch schlimm, wenn die stetigen Appelle bei niemandem Früchte tragen würden.“

Tierheimleiterin Sina Braun erkennt im Hinblick auf die Kastrationsbereitschaft für Katzen im Kreis Heinsberg eine positive Entwicklung in den letzten Jahren. Foto: Rainer Herwartz

Momentan stelle sich die Situation wie nahezu jedes Jahr im Sommer dar, erklärt die Tierheimleiterin. Viele der rund 100 Samtpfoten seien Jungkatzen. „Wir nehmen im Augenblick nur noch absolute Notfälle auf.“ Räumlichkeiten und Personal hätten die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Eine Hauptabgabezeit, wie noch vor Jahren, gebe es mittlerweile nicht mehr, sagt Sina Braun. Aber im Sommer seien es vermehrt junge Kätzchen, die ins Tierheim gebracht würden. Woher die Tiere denn auf einmal kämen? „Es sind viele Fundtiere, aber ich glaube, manche Besitzer entsorgen so auch ihre eigenen Tiere“, vermutet die erfahrene Tierschützerin. „Die Leute kaufen schnell und geben genauso schnell wieder ab. Das sieht man vor allem an der zunehmenden Zahl von Rassekatzen, die im Tierheim untergebracht sind.“

Viele der Tiere seien krank. „Die Quarantäne- und die Krankenstation sind mit etwa 50 Prozent der Katzen belegt.“ Katzenschnupfen, Pilzinfektionen und Giardien, ein einzelliger Darmparasit, der zu blutigem Durchfall führe, quälten die Katzen.

Im Herbst werde die Zahl der Katzen im Tierheim erfahrungsgemäß wieder sinken, ist Sina Braun zuversichtlich. „Das Tierheim stellt hohe Ansprüche an die Vermittlung, deshalb ist die Rückläuferquote sehr gering. Bei Katzen allerdings einen Tick höher als bei Hunden. Das liegt zum Beispiel daran, dass wir bei einer Katze nicht testen können, wie sie sich vielleicht mit einer schon im Haushalt vorhandenen Katze verträgt oder auf kleine Kinder reagiert.“

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