Stephan Michels: Ein IT-Experte mit Hang zum großen Verbrechen

Krimidebüt : Ein IT-Experte mit Hang zum großen Verbrechen

Wer Stephan Michels zum ersten Mal trifft, mag nicht glauben, welche Abgründe in diesem ruhigen Mann ruhen. Ganz beschaulich wohnt er seit rund 20 Jahren mit seiner Familie im Grünen vor den Toren Wegbergs. Geboren wurde er 1965 in Kleve und verdient sein Geld in Düsseldorf als Anwendungsentwickler. Doch eine seiner größten Leidenschaften sieht man Michels nicht an: Verbrechen im wirklich großen Stile.

Bei Stephan Michels handelt es sich um die Verbrechen, die von Männern in dunklen Anzügen per Federstrich verübt werden. In Michels´ Geschichte beginnt alles mit dem Mord an einem Buchprüfer und der Bitte seiner Witwe um Aufklärung. So kommt Simon Harper ins Spiel und die mörderische Handlung nimmt ihren Lauf.

Der Thriller ist nicht Michels´ erstes Buch. Im Selbstverlag hat er schon ein Buch über „Shogi“ veröffentlicht. Vielleicht hat die Faszination für das „Schach der Samurai“ dazu geführt, dass Michels sich für seinen Debütkrimi der Kriminalität in den Chefetagen zugewandt hat. „Inspiriert wurde die Geschichte durch die Panama-Papers“, sagt Michels. Die Handlung spielt in der Düsseldorfer Finanzwelt, wo man einen wie Simon Harper nie erwarten würde. Denn der britische Afghanistanveteran hat in einer Spezialeinheit der Luftwaffe gedient und war eher der Jäger. Durch den Auftrag zur Aufklärung des Mordes an dem Bankrevisor gerät er jedoch selbst ins Visier des Geheimdienstes und eines Profikillers. Der Jäger wird selbst zum Gejagten.

Die Faszination am Krimi begleitet Michels schon sein ganzes Leben. Als Kind war er ein Fan der Mitmach- und Ratekrimis, noch heute schlägt sein Herz für Sherlock Holmes. „Krimis haben mich schon immer fasziniert“, betont er. „Die Aufklärung ist wichtig.“ Natürlich schrieb er im Laufe der Jahre auch Kurzgeschichten und Beiträge für Anthologien und besuchte einen Schreibworkshop bei dem bekannten Düsseldorfer Krimiautor Horst Eckert. Der zählt schon eher zu den Big Playern in der Krimiszene und teilt auch Michels´ Faszination für das große Verbrechen.

Rund eineinhalb Jahre schrieb Michels an seinem Debütroman und recherchierte Zusammenhänge. Um da nicht den Überblick zu verlieren, muss man immer ein paar Schritte voraus sein. Da kam ihm seine Faszination für den Denksport Schach sehr entgegen. Das Ergebnis erscheint am 17. Oktober beim Düsseldorfer Krimiverlag edition oberkassel. Der Autor legt Wert darauf, dass es sich bei „Harper – Jäger und Gejagter“ nicht um einen Regionalkrimi handelt. Denn dieses Etikett würde Michels´ Buch nicht gerecht. Die Handlung spielt hauptsächlich in Düsseldorf und kurzfristig auch im Raum Wegberg, trotzdem behandelt Michels ein Thema von globalem Ausmaß und Interesse.

Der Hauptcharakter Simon Harper hat es wohl noch nicht hinter sich. Denn Michels arbeitet schon am zweiten Roman. Die Geschichte des Jägers ist noch nicht erzählt. Auch ihn überschattet ein tragisches Geheimnis. Man darf also gespannt sein auf einen Krimi, der Lust auf Mehr macht.

(hewi)
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