Erkelenz: Städtischer Gesangverein ist beste Werbung für Chormusik

Erkelenz : Städtischer Gesangverein ist beste Werbung für Chormusik

Der Städtische Gesangverein Erkelenz begeht in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag. Damit ist er einer der ältesten in NRW. Gefeiert wurde der Geburtstag mit einem großen Frühlingskonzert im Schalterraum der Erkelenzer Sparkasse, für das Bürgermeister Peter Jansen die Schirmherrschaft übernommen hatte.

Für das Konzert hatten sich die Sänger Verstärkung geholt. Neben dem russischsprachigen Frauenchor Rjabinuschka aus Erkelenz und dem Hilfarther Mandolinenorchester Rurperle waren dies vor allem die Sangesbrüder vom Lövenicher Männergesangverein Concordia und Cäcilia Vorst. Mit den Lövenichern hat „der Städtische“ schon vor sieben Jahren eine Chorgemeinschaft gegründet. So kommt der Chor auf rund 25 Sänger und kann vierstimmig singen. Gemeinsam proben die beiden Traditionschöre unter der Leitung von Gabriele Köhler.

Eine ähnliche Chorgemeinschaft hatten die Männergesangsvereine aus Kückhoven und Holzweiler gegründet, mussten aber Ende 2017 aus Altersgründen die Segel streichen und die Notenhefte zuklappen. Auch der Wirth-Werkschor Glück Auf hatte sich im vorigen Jahr vom aktiven Betrieb verabschiedet, wiederum aus Altersgründen. Es fehlt an Nachwuchs, Männerchöre erfreuen sich nicht mehr unbedingt großer Beliebtheit.

Gerade noch 13 Sänger kann der „Städtische“ aufbieten. „Ohne die Chorgemeinschaft mit Lövenich könnten wir die Aufritte nicht mehr absolvieren“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Horst Beck. Die Altersstruktur des Chores spricht Bände: rund die Hälfte der Sänger hat das 80. Lebensjahr erreicht oder schon überschritten, nur drei sind noch keine 70.

Trotzdem gibt sich der ehemalige Vorsitzende Günter Hoffmann zuversichtlich, dass sich durch das Konzert in der Sparkasse neue Sänger finden, die beim „Städtischen“ dazustoßen wollen. Dies sei jedoch problematisch, weil junge Männer und damit potenzielle Sänger sich kaum noch an einen Verein binden wollten. Darüber hinaus sei der vierstimmige Gesang durchaus anspruchsvoll und verlange akribisches Üben. Daran habe man heute kaum noch Interesse.

Fünf Lieder zum Beginn

Wenn das Konzert in der Sparkasse Werbung für den Verein und die Chormusik sein sollte, dann gelang das gut. Mit einem Set aus fünf Liedern eröffneten die Männerchöre das Konzert. Auf „Wohin mit der Freud´?“ von Friedrich Silcher folgten Kurt Lißmanns „O du schöner Rosengarten“, „Der Schäfer“ von Hansjakob Heukens, Robert Prachts „Weinland“ und „Warum bist du gekommen (Bajazzo)“.

Das Mandolinenorchester aus Hilfarth folgte mit vier Stücken, unter anderem „Die kleine Kneipe“ von Udo Jürgens und „Conquest of paradise“ von Vangelis.

Die Sängerinnen von Rjabinuschka sorgten für heitere Stimmung mit Liedern wie dem Sekundenwalzer „Erkelenz“ oder dem Volkslied „Jung, bin ich jung“. Der Chor wurde vor 25 Jahren von russischen Spätaussiedlerinnen im Bauxhof gegründet und hat sich zu einem festen Bestandteil des musikalischen Lebens in Erkelenz entwickelt.

Nach einem weiteren Part der Rurperle standen die Sänger noch einmal auf der Bühne und gaben unter anderem „O Isis und Osiris“ aus der „Zauberflöte“ und den Sinatra-Klassiker „My way“.

Große Wertschätzung

Bürgermeister Peter Jansen hatte als Schirmherr zu Beginn des Konzertes von der großen Wertschätzung gesprochen, die dem Chor zuteilwerde und die man an der großen Zuhörerzahl ablesen könne. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es noch viele Konzerte des „Städtischen“ geben werde. Eine Hoffnung, die die Sänger sicherlich teilen.

Vielleicht hat das Konzert ja bei dem einen oder anderen Zuhörer den Anstoß gegeben, über eine aktive Mitgliedschaft im Städtischen Männergesangsverein nachzudenken.

(hewi)