Stadtmarketingprozess „Erkelenz 2030“: Jugendliche bringen sich ein

Stadtmarketingprozess „Erkelenz 2030“ : Jugendliche bringen ihre Ideen ein

Im Rahmen des Stadtmarketingprozesses „Erkelenz 2030“, dessen Startschuss vor einigen Wochen gegeben wurde, werden auch die verschiedenen Zielgruppen nach ihrer Meinung und ihren Wünschen zu und für Erkelenz gefragt. Nun war die Jugend dran.

In Spaziergängen durch die Stadt wird eine Bestandsaufnahme aus Perspektive der Zielgruppe vorgenommen und aufgezeichnet. Nachdem schon die Kinder der offenen Ganztagsbetreuung mit den Mitarbeitern des Aachener Planungsbüros MWM die Stadt unter die Lupe genommen hatten, waren nun die Jugendlichen dran. Gemeinsam mit Anna Ruppert vom Planungsbüro, Stadtjugendpflegerin Katharina Lüke und Anke Leitzgen von der Bildungsinitiative „#Stadtsache“ machten sich Jugendliche aus den Jugendzentren Katho und ZaK sowie DPSG-Pfadfinder aus Erkelenz auf den Weg. Angeschlossen hatte sich auch eine Gruppe BMX-Biker, die auf der Suche nach einer neuen Anlage ist.

Mit Smartphones waren die Jugendlichen unterwegs und markierten auf einer App jene Orte, deren Nutzung sie ändern würden. Dazu konnten sie Fragen beantworten, zum Beispiel, ob sie sich vor Ort erwünscht oder unerwünscht, sicher oder unsicher fühlten. Dabei hatten sie auch schon im Vorfeld ihre Hausaufgaben gemacht. So hatte eine Firmgruppe aus dem ZaK einen „Traumspielplatz“ entworfen, dessen Plan sie mitgebracht hatten.

Die Pfadfinder warben für einen Jugendzeltplatz in Terheeg und die Biker wünschten sich einen Platz, den sie zur geeigneten Piste umbauen könnten. „Die Alternative zum Mountainbiken ist letztendlich Zocken am PC“, sagte Maximilian. „Und das wollen die Erwachsenen doch auch nicht.“

Auf Anregung der Jugendlichen wurde die Route des Spazierganges geändert und die Skateranlage an der Antwerpener Straße besucht, die an sich außerhalb des Betrachtungsgebietes liegt, für die jungen Teilnehmer aber eine besondere Bedeutung hat. Einige Teilnehmer gaben an, den Platz aus Angst zu meiden und mahnten mehr Polizeipräsenz an. Schnell wurde klar, dass es in Erkelenz Bereiche und Flächen gibt, die von den Jugendlichen als „unsicher“ eingestuft und gemieden werden.

Wir schon bei den Grundschülern waren Verkehr und Sicherheit wichtige Themen für die Teilnehmer. Die reichten von der schlechten Beleuchtung am Ziegelweiher bis hin zu schlechten Radwegen und fehlenden Parkplatzmarkierungen am Markt. Die zehnjährige Melanie bezeichnete auch die Bushaltestelle ZOB am Schulzentrum als „fies und dreckig, da bin ich nicht gerne“. Was fehlt, sind auch Treffpunkte wie Cafés, die speziell auf Jugendliche zugeschnitten sind, und ein Einkaufsangebot, das die junge Zielgruppe mit berücksichtigt.

Die Spaziergänge sind ein Instrument der Einbindung der Bürger in den Stadtmarketingprozess. Darüber hinaus werden in Werkstätten, Internetforen und bei Verkehrszählungen Informationen und Stimmungsbilder gesammelt, die in den Planungsprozess einfließen werden. Eine Präsentation der Ergebnisse ist für diesen Juli geplant. Im September soll eine beschlussreife Fassung vorliegen.

Mehr von Aachener Zeitung