Wassenberg: Stadtbetriebe verwandeln Wassenberg in ein Blumenmeer

Wassenberg: Stadtbetriebe verwandeln Wassenberg in ein Blumenmeer

Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben eine Mission: Sie wollen den Menschen in der Stadt einen blumigen Gruß entgegenschicken. „Und das jedes Frühjahr — nicht nur zur Entente Florale“, sagt Volker Rütten, Leitender Gärtner des Stadtbetriebs.Weil Wassenberg jedes Jahr aufs Neue erblüht, ist der Mehraufwand in diesem Wettbewerbs-Jahr für die Stadtgärtner gering.

„Aber einige wiederkehrende Arbeiten werden in diesem Frühjahr noch intensiver aufgegriffen als sonst.“ So haben die 16 Gärtner des Stadtbetriebs mit noch mehr Eifer bei ersten Sonnenstrahlen einen großen Frühjahrsputz in den Blumenbeeten der Stadt gestartet. Und sie anschließend in strahlende Blumenmeere verwandelt.

Doch noch ist es nicht an der Zeit und dem Wetter, die ganze Pracht in den Hunderten Blumenbeeten der Stadt zu genießen. Die Parkanlage am Gondelweiher etwa wurde gerade erst mit neuen Rosenstöcken bepflanzt. „Wenn sich in einigen Wochen Hunderte Rosenblüten zeigen, wird es ganz sicher wunderbar anzusehen“, sagt Rütten.

An einigen Stellen der Stadt kann man die Blumenpracht aber jetzt schon genießen. An der Terrassenanlage hinter dem Gondelweiher zum Beispiel. Dort sind in zwei Beeten mehr als 5000 Blumen verpflanzt, ein Meer aus weißen, violetten und rosa Tulpen, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen in blauen und weißen Farbtönen. „Das lange Winterwetter hat uns hier allerdings nicht gerade in die Karten gespielt“, sagt Rütten. Denn weil der Frühling erst spät angeklopft hat, sind viele der Tulpen gerade erst aufgeblüht.

Die dem Winter geschuldete Verzögerung wäre nicht schlimm, würde die Zeit nicht drängen. Denn jedes Jahr läuft nach demselben Muster ab: Nach den Frühlingsblumen ist die Sommerbepflanzung dran. Zwischen dem 5. und 15. Mai wird der Frühlings- gegen den Sommerflor getauscht — Jahr für Jahr.

Und so wäre dieses Jahr wegen des langen Winters beinahe das erste Jahr in der Geschichte Wassenbergs gewesen, in dem Rütten noch wunderschön blühende Pflanzen aus dem Beet gerissen hätte. „Wir haben uns aber jetzt entschlossen, die Blumen erst nach dem 15. Mai zu wechseln, so dass die Wassenberger die Blütenpracht voll genießen können“, sagt Rütten.

Tausende Euro für frische Blumen

„Das Blumenmeer vorzeitig zu entfernen, wäre auch sehr ärgerlich gewesen“, sagt Rütten. Denn die Pflanzen sind alles andere als billig. „Jedes Jahr geben wir viele tausend Euro für Pflanzen aus. Sie blühend rauszureißen, wäre schon fast Verschwendung.“

Dass in Wassenberg trotz der nicht gerade üppig gefüllten Kasse noch eine so aufwendige Bepflanzung möglich ist — auch wenn nicht alle städtischen Beete alljährlich frisch bepflanzt werden — ist dem Einsatz der Mitarbeiter der Stadtgärtnerei zu verdanken.

Die Gärtner haben eine Möglichkeit gefunden, die Stadt üppig blühen zu lassen, ohne allzu zu tief in die Tasche zu greifen. Neben den neu gekauften Pflanzen ziehen sie Ableger von Stauden wie beispielsweise Taglilien, Astern oder Funkien. So lässt sich die Zahl der Stauden schnell verdoppeln. „Dann kann man auch schneller und ohne große Kosten mal eben ein Beet neu gestalten.“ Auf dem Bauhof wurde eigens dafür ein 200 Quadratmeter großes Beet angelegt, in denen die Pflanzen, die geteilt und wiederverwertet werden, wachsen und gedeihen können. Wenn sie gebraucht werden, sind sie schnell entnommen.

Diese günstige und unkomplizierte Methode ist eine enorme Arbeitserleichterung für das Team der Stadtgärtnerei. Immerhin hat Wassenberg viele Flächen, auf denen viele Blumen blühen sollen: der Stadtpark gehört für die Stadtgärtner zu den gärtnerischen Highlights, auch die Burgstraße und das Parkbad sollen was hermachen. Vergessen werden dürfen auch nicht die Stadtteile.

Und dem Team um Rütten ist es wichtig, bei der Gestaltung eines Beetes nicht einfach nur mit dem anspruchslosen Cotoneaster den Boden zu bedecken. „Wir stellen auch einen hohen Anspruch an Optik und Qualität unserer Pflanzungen“, sagt Rütten. Deshalb würden Jahr für Jahr an mehr öffentlichen Flächen die langweiligen Bodendecker durch blühende Pflanzen ersetzt.

Pro Jahr sind es zehn bis 15 Beete, die eine Kompletterneuerung erhalten. Und eins ist sicher: Sind die Stadtgärtner eines Tages an der letzten Stelle fertig, können sie an der ersten wieder neu beginnen. Damit Wassenberg stets blumig daherkommt.

Die meisten Wassenberger hoffen nun, dass die Entente-Florale-Jury den Einsatz des 16-köpfigen Stadtgärtnerei-Teams anerkennt. Nicht dagegen Volker Rütten. Denn ihm sei eigentlich gar nicht so wichtig, ob Wassenberg mit einer Medaille den Wettbewerb beendet, sagt er. „Es ist fantastisch, wie viel mehr sich die meisten Wassenberger jetzt um die Pflege ihres Gartens und anderer Gärten in Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen kümmern. Zusammen gärtnern schweißt zusammen. Und das ist doch der beste Lohn“, freut sich Rütten und mit ihm sein ganzes Team.