St. Johannes Baptist gibt Kalender heraus

Projekt des Fördervereins: Friedensfenster als Kalendermotive

Der Förderverein der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist hat einen Kalender für das Jahr 2019 herausgegeben. Als farbenfrohe Motive dienen die Kirchenfenster aus den 1930er Jahren.

Deutlicher kann der Förderverein der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist seine Arbeit zur Erhaltung der örtlichen Sakralgebäude wohl nicht ins Bild setzen. Das landläufig als „Friedensfenster“ bezeichnete Kirchenfenster aus dem Jahre 1919 im Seitenschiff des Kirchbaus verdeutlicht dabei den Zweck im doppelten Sinne: der Gottesmutter Maria, als Königin des Friedens unterwerfen sich die Könige und Kirchenfürsten der christlichen Welt. Aktualität erhält die Darstellung der damaligen päpstlichen Hofglasmalerei Oidtmann (zu Linnich) aus dem Jahre 1919 mit der Abbildung des betenden uniformierten Soldaten des gerade im Waffenstillstand geendeten Ersten Weltkrieges im unteren rechten Bildbereich.

Die Sehnsucht nach Frieden in den Wirren dieser Jahre hätte eindrucksvoller nicht dargestellt werden können. Die Glasmalerei vermag es, den Betrachter in unmittelbaren Bezug zum Kunstwerk zu bringen. Der richtige Lichteinfall der warmen Herbst- und Wintersonne sorgt für die stimmungsvolle Wirkung der Fenster.

Mit Unterstützung der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. hat der Förderverein die im Chorraum aus den 1930er Jahren von Ernst Jansen-Winkeln aus Mönchengladbach entworfenen, durch die päpstliche Hofglasmalerei Derix aus Kevelaer gefertigten und die in den Seitenschiffen der Haarener Kirche eingebrachten Fenster aus den Jahren 1914/15 zu einem Wandkalender komponiert.

Die damalige Finanzierung erfolgte durch Stifter, deren Namen im unteren Fensterbereich verewigt wurden. „Wir als Nachfahren sind heute in die Pflicht genommen, dieses Werk zu pflegen und zu erhalten“, fasst Jochen Houben, Kassierer des Fördervereins, zusammen. Viele Namen der damaligen Stifterfamilien – Aufsfeld, Geiser, Sontag, Backes, Schreinemachers, Schmitz, Erdweg-van Helden und Kitschen - finden sich auch heute noch im Ort und so sind die Fenster zuweilen auch Anstoß zur Erforschung der eigenen Familiengeschichte.

Mit ihrem Alter und der reichhaltigen bildlichen Darstellung gehören die Fenster der Haarener Kirche sicherlich zu den schönsten Darstellungen im Heinsberger Raum, wenngleich die bauliche Anordnung in den Seitenschiffen sie nicht immer entsprechend zur Wirkung kommen lässt. Dabei geht die heutige Anordnung auf die Neugestaltung des Chorraumes in Folge der Konsekration des Hochaltares in den 30er Jahren zurück.

Damals kamen die modernen Darstellungen des Chorraumes hinzu, die bildlichen Darstellungen, die zuvor im Wechsel mit Klarglasfenstern angeordnet waren, wurden in den Seitenschiffen konzentriert.

Der Wandkalender ist in einer Auflage von 500 Stück erschienen. „Die Erlöse aus dem Kalenderverkauf werden die heutigen Projekte mitfinanzieren“, so Houben. „Die Zeit in Gottes Hände“ titelt der Förderverein treffend: 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beginnt in den kommenden Tagen die Renovierung der Gedenkplatten des Ehrenmals für die Gefallen und Vermissten der Kriege und der Grabplatten der Kirchenerbauer Pfarrer Gottfried Hanrath und des Wegbereiters des Erweiterungsbaues der Kirche Pfarrer Wilhelm Palm, der die heutigen Fenster schmückt. Zu deren Finanzierung wird der Erlös aus dem Verkauf beitragen.

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