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Kommunales Integrationszentrum des Kreises Heinsberg : Sprache, Pädagogik und Bildung verbinden

Kommunales Integrationszentrum des Kreises Heinsberg : Sprache, Pädagogik und Bildung verbinden

Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Heinsberg leistet wertvolle Unterstützungsarbeit auch in der Corona-Pandemie. Die Initiatoren setzen auf ein digitales Konzept.

Das Handlungsfeld Frühe Bildung, Elementarbereich des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Heinsberg, verlagert reale Programme und Treffen in eine vielfältige Palette an digitalen Angeboten. Die Programme „Rucksack KiTa“ und „Griffbereit“ verknüpfen den Ansatz mehrsprachiger Bildung mit einem Konzept diversitätsbewusster Zusammenarbeit mit Familien und stärken die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Familien und Kindertageseinrichtungen. Während der Pandemie werden verschiedene digitale Möglichkeiten genutzt, Eltern trotz der Kontaktbeschränkungen dabei zu unterstützen, die Entwicklung ihrer Kinder und die Familiensprache(n) zu stärken.

Die Landesprogramme „Griffbereit“ und „Rucksack KiTa“ in Koordination des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Heinsberg mit verschiedenen Trägern sind im Kreisgebiet ein wichtiger Bestandteil der Sprachförderung sowie Elternbildung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte geworden. Bei dem Programm „Rucksack KiTa“ liegt im Zentrum die Stärkung der Familiensprachen und der deutschen Sprache, um die Sprachfähigkeit bei Eltern und Kindern zu verbessern. In den Gruppenstunden mit den Eltern wird gleichzeitig die Erziehungskompetenz gestärkt und der Austausch sowie die Vernetzung der Familien in und mit der Einrichtung gefördert.

Mit „Griffbereit“ ist ein Partnerprogramm für Eltern mit Kindern von einem bis drei Jahren entwickelt worden. Hier steht im Fokus die Eltern-Kind-Interaktion zur Stärkung der (mehr)sprachigen Entwicklung. „Allen teilnehmenden Eltern ist bewusst, dass die deutsche Sprache für die Familie die zukünftige Teilhabe an den gesellschaftlichen Prozessen des Lebens bedeutet und somit über die Realisierung von Zukunftschancen mitentscheidet“, heißt es seitens des Kommunalen Integrationszentrums. „Griffbereit“ und „Rucksack KiTa“ sind Programme mit weitreichender Integrationswirkung, denn hierbei wird frühkindliche Förderung mit Elternbildung verknüpft – und somit werden Sprache, Pädagogik und Bildung im Verbund realisiert.

Im Verlauf der Digitalisierung von Bildungsangeboten während der Pandemie hat sich die Schere der Bildungs- und Teilhabechancen von Familien noch vergrößert. Digitale Austauschformate mussten erlernt und umgesetzt werden, um mit den Eltern in Kontakt zu bleiben. Das digitale Arbeiten mit den Familien und die hohe Bereitschaft aller sogenannten Elternbegleiterinnen haben ermöglicht, den teilnehmenden Familien in dieser herausfordernden Zeit eine große Stütze zu sein. Die Kita-Schließungen haben zu einem geringeren Kontakt zur Umgebungssprache Deutsch geführt und viele Eltern fürchteten, dass dadurch Nachteile für die Bildungschancen ihrer Kinder entstehen.

Durch die digitale Arbeit können den Familien Material und Methoden zur Verfügung gestellt werden, so dass großen Benachteiligungen entgegengewirkt wird. So bereiten die Elternbegleiter täglich kleine Impulse vor und versenden diese digital an die Familien. Digitale Bildungsangebote werden vor allem für Kinder im Schulalter bereitgestellt, für Kinder im Altersbereich bis sechs Jahren fehlt es Familien häufig an Material und Methoden zur Erhöhung der Anregungsqualität. „Niemand soll sich allein gelassen fühlen und die Familien werden nicht komplett aus dem Bildungssystem ausgeschlossen“, so Melanie Nießen vom Kommunalen Integrationszentrum, zuständig für Frühe Bildung und Elementarbereich.

„Die jeweiligen Themen können Zuhause durchgeführt werden und die Elternbegleiter helfen den jeweiligen Familien zusätzlich zum eigentlichen Bildungsauftrag noch in anderen Problembereichen“, ergänzt Francesca Vogel vom Kommunalen Integrationszentrum. Digitale Austauschformate können den Kontakt zwischen den Familien und Bildungsakteuren sicherstellen, indem Material digital oder auch postalisch versendet wird, die Familien dadurch nicht nur mehr Anregung erhalten, sondern auch Selbstwirksamkeit erfahren und dadurch künftige Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.

Die Elternbegleiter stellen in den Programmen eine wichtige Ressource dar, sie bringen viele eigene Ideen und Angebote in die Umsetzung mit ein und haben oftmals durch digitale Bastelangebote, Bewegungsspiele oder digitale, mehrsprachige Bilderbücher eine Brücke zu den Familien gebaut.

Kindertagesstätten, die mehr über die Programme „Griffbereit“ und „Rucksack-KiTa“ erfahren möchten, können sich an Melanie Nießen sowie Francesca Vogel vom KI Kreis Heinsberg wenden: 02452/13-884220, francesca.vogel@kreis-heinsberg.de; 02452/13-4218, melanie.niessen@kreis-heinsberg.de.

(red)