Spitze im Westen: Die Kampagne rollt schwungvoll an

Spitze im Westen : Die Kampagne rollt schwungvoll an

Mit Ironie und Selbstbewusstsein werben Unternehmen für den Kreis Heinsberg. Die Firmen stärken dabei ihre Arbeitgebermarke. Martin Gaedt: Das steigert die Sichtbarkeit der Teilnehmern und des Standorts.

Als erstes erzählte Martin Gaedt die Geschichte von den Smartphones. Und die hatte viel mit kreativen Wegen, neues Personal zu finden, zu tun. Ein Unternehmen habe einmal 20 brandneue Mobiltelefone an potenzielle Mitarbeiter verschickt. Darauf klebte ein Zettel: „Rufen sie uns an. Wir sind Ihr neuer Arbeitgeber.“ Gaedt geht es um Kreativität. Einfach zu warten, bis ein geeigneter Bewerber kommt, das funktioniere heute nicht mehr, sagte der Buchautor, Startup-Gründer und Unternehmer.

Gaedt erzählte das am Donnerstagabend beim Unternehmerforum Kreis Heinsberg in der Kreissparkasse in Erkelenz. Vor rund 120 Gästen startete die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WfG) damit auch die neue Auflage ihrer Standortmarketingkampagne „Spitze im Westen“. Neben dem Ziel, den Kreis Heinsberg als attraktiven Wirtschaftsstandort zu präsentieren, steht das Thema Fachkräfte dieses Mal im Fokus. Darum hilft die WfG den 25 teilnehmenden Unternehmen auch, ihre Arbeitgebermarke zu stärken. „Wir haben uns gefragt, was die Unternehmen bewegt“, sagte WfG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski. Da sei man schnell bei der Antwort Fachkräfte gelandet. „Das ist für alle Unternehmen quer durch die Branchen sehr interessant“, sagte Schirowski.

Mit Martin Gaedt hatte die WfG für den Kampagnenauftakt einen Experten verpflichtet, der durchaus polarisiert. Seine These: Fachkräftemangel gibt es gar nicht. Dafür aber Ideenmangel. Die Beispiele guter Ideen sprudelten dabei nur so aus Gaedt heraus. Etwa dieses: Eine Firma hat bei jeder Überweisung drei Cent zu viel abgeschickt. Der erste Buchhalter der dort angerufen und die Firma darauf hingewiesen hat, bekam ein Jobangebot.

Das, was die Teilnehmer von „Spitze im Westen“ tun, findet ­
Gaedt sinnvoll: „Sie steigern mit der Aktion Ihre Sichtbarkeit.“ Und das tun die Unternehmen mit einem Augenzwinkern: Sie präsentieren sich selbst und den Standort Kreis Heinsberg ironisch und zugleich selbstbewusst. Unter Überschriften wie „Lacknasenlupensucher“, „Digitaldenkerland“ und „KleineWeltGestalter“ folgen Texte, in denen Spitzenprodukte und -leistungen des Unternehmens in Verbindung mit einem Argument für den Kreis Heinsberg vorgestellt werden. Und darin liegt auch eine große Stärke der Kampagne: Wenn sich Unternehmen über ihren Standort äußern, ist das authentisch. Und weil sich 25 Partner gemeinsam für den Standort Kreis Heinsberg stark machen, würden die guten Argumente noch einmal verstärkt.

Die WfG hat mit ihrer Standortmarketingkampagne einerseits wieder auf Bewährtes gesetzt. Das führte auch dazu, dass der Großteil der Partnerfirmen, die bereits bei der vorherigen „Spitze im Westen“-Auflage dabei waren, wieder mit im Boot ist. Anderseits haben die Verantwortlichen das Projekt ein Stück weit neu erfunden. Die aktuelle Kampagne wird moderner und digitaler. Aktuell laufen noch Dreharbeiten für Video-Porträts, in denen die teilnehmenden Unternehmen vorgestellt werden. Ebenso spielen Internetseite und Blog eine wichtige Rolle. Andererseits setzen die Verantwortlichen auch auf eine Medienpartnerschaft mit unserer Zeitung und Großflächenplakate, die in der Region mehrmals während der dreijährigen Laufzeit der Kampagne zu sehen sein werden. In dieser Zeit bekommen Abonnenten unserer Zeitung auch die Gelegenheit, viele der Unternehmen für einen Blick hinter die Kulissen zu besuchen.