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Wohnen auf kleinstem Raum: SPD fordert Raum für Tiny Houses in Erkelenz

Wohnen auf kleinstem Raum : SPD fordert Raum für Tiny Houses in Erkelenz

Die Erkelenzer SPD wünscht sich ein Areal für Tiny Houses. Das könne die Wohnungsnot lindern – bei sozialverträglichen Mieten.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Erkelenz setzt sich für die Errichtung von sogenannten Tiny-Houses ein. Dafür soll die Stadt jetzt eine geeignete Siedlungsfläche bereitstellen beziehungsweise eine solche Fläche planungsrechtlich herstellen. Das haben die Erkelenzer Genossen per Antrag gefordert.

Die SPD-Fraktion beantragt weiterhin, dass neben den Möglichkeiten, interessierten Privatpersonen den Bau von Tiny Houses zu ermöglichen, die Erkelenzer Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEE) gebeten werden soll, in Eigenregie dort Tiny-Houses für den Bedarf an sozialem Wohnraum zu errichten und zu vermieten.

„Angesichts steigender Mietpreise und der aktuellen Wohnungsnot in Erkelenz stellt die alternative Wohnform in Tiny Houses eine schnell umsetzbare und kostengünstige Lösung zur Schaffung von neuem auch sozialem Wohnraum dar. Profitieren können davon insbesondere Singles, kleinere Familien, Seniorinnen und Senioren, Studentinnen und Studenten oder auch Flüchtlinge“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Katharina Gläsmann.

Im Kreis Heinsberg wäre Erkelenz die erste Stadt, die auf Tiny Houses setzt. SPD-Ratsherr Dieter Spalink weiß lediglich von einem ähnlichen Modell in Viersen. In Wassenberg war für das Baugebiet „Bergstraße/Herrschaftliche Heide“ eine Planungsvariante im Gespräch, bei der unter anderem sehr kleine Grundstücke angeboten werden sollen, sodass die Bebauung dem Tiny-House-Konzept nahe käme.

Bei Tiny Houses handelt es sich um eine minimalistische Form von Wohngebäuden. Eine genaue Definition gibt es jedoch nicht. In der Regel versteht man unter Tiny Houses Minihäuser mit einer Grundfläche zwischen etwa 15 bis 45 Quadratmetern. Tiny Houses stellen daher nach Ansicht der Erkelenzer SPD eine praktikable Lösung dar, um die Wohnungsnot schneller zu beheben und gleichzeitig bezahlbare Mieten oder auch das Bedürfnis nach einem eigenen Haus bei knappem Budget zu realisieren.

Die Stadtverwaltung soll nach dem Willen der SPD daher beauftragt werden, zunächst eine geeignete Fläche zu suchen. „Uns ist wichtig, dass diese Fläche zum überwiegenden Teil im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus durch ein besonderes günstiges Angebot einer mietbaren Wohnform zur Verfügung gestellt wird“, betont Spalink, der den Antrag der SPD-Fraktion entwickelt hat.

Spalink geht davon aus, dass in einer ersten Erprobungsphase zehn bis 20 Tiny Houses in Erkelenz entstehen sollten. Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, müsste das Areal erschlossen werden, die kleinen Gebäude bräuchten lediglich Strom-, Frisch- und Abwasserleitungen. Fast wie bei einem Wohnmobilstellplatz, zieht Spalink den Vergleich.