Hückelhoven-Baal: Spatenstich für Ortsumgehung ein Stück näher gekommen?

Hückelhoven-Baal: Spatenstich für Ortsumgehung ein Stück näher gekommen?

Freude sieht anders aus: Der Kommentar von Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen und dem Technischen Beigeordneten Dr. Achim Ortmanns zum Referentenentwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans war eher distanziert-verhalten als freudig-überrascht.

„Fakt ist, dass die Ortsumgehung Baal in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Und es ist in den vordringlichen Bedarf eingestuft worden. Das sind wichtige Schritte, sicher. Aber...“ Da gucken sich beide an. „...viel mehr als vorher wissen wir jetzt auch nicht...“, scheinen sie sagen zu wollen.

Was sie natürlich nicht tun. Jedenfalls nicht mit diesen Worten. Was Ortmanns sagt: „Wir haben noch immer keine Linienbestimmung für die gesamte Trasse“. Was der Bürgermeister sagt: „Wir haben also keine planerische Baureife. Was wir vorzeigen können, ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die Straßen NRW durchgeführt und die 30.000 Euro gekostet hat.“

Nein, im Hückelhovener Rathaus glaubt man nicht wirklich daran, dass die Ortsumgehung Baal mit dem neuen Verkehrswegeplan — der Investitionen umfasst, die der Bund bis 2030 tätigen will — dem ersten Spatenstich näher gekommen ist. Und deshalb erinnert Bürgermeister Bernd Jansen an die „Bypass-Variante“: „Wir hätten eine große Entlastung der Ortschaft Baal, wenn wir den Lastverkehr von der Autobahn bei Erkelenz bis zur L 117 als Zubringer zum Gewerbegebiet Baal realisieren könnten.“

Also wenn die Brummis nicht mehr den Baaler Berg rauf- und runterrollen müssten, sondern hinter dem Kreisverkehr bei Granterath direkt zum QVC geleitet würden. Eine solche Straße wäre zeitnah und auch relativ kostengünstig zu realisieren.

Aber: Ein „Bypass“ ist als Ortsumgehung Baal der B57 im Bundesverkehrswegeplan nicht vorgesehen. „Der Bund ist Baulastträger und plant von der B57 zurück auf die B57“, sagt Jansen. Der „Bypass“ wäre nur als kommunale Straße zu realisieren. Eine halbe Sache als ganze Lösung? Oder anders gesagt: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach?

Noch anders ausgedrückt: Der Gesprächsbedarf im Hückelhovener Rathaus ist nach der Veröffentlichung des neuen Bundesverkehrswegeplanes nicht geringer geworden, hinterher ist man genau so schlau wie vorher. Was der Bürgermeister und sein Technischer Beigeordneter sich von dem neuen Bundesverkehrswegeplan für die Ortsumgehung Baal konkret erwarten: „Wir hoffen auf einen Schub“. Gerade am Baaler Berg käme der sehr zu pass...

(kalauz)
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