Heinsberg: Spannendes Projekt an der Jugendmusikschule Heinsberg

Heinsberg: Spannendes Projekt an der Jugendmusikschule Heinsberg

„Das war ein Abenteuer!“, räumte am Ende freimütig und zugleich sehr glücklich über den Erfolg seines ersten Heinsberger Gitarrenorchesters dessen Dirigent Roman Viazovskiy ein. Der künstlerische Leiter des internationalen Heinsberger Gitarrenfestivals und Lehrer an der Jugendmusikschule Heinsberg hatte zu diesem Experiment eingeladen.

In zwei Stunden wollte er Groß und Klein, Alt und Jung, vor allem aber Hobbyspieler und auch Menschen, die zuvor noch nie eine Gitarre in der Hand gehalten hatten, zu einem gemeinsamen Orchester formen, dass dann auch noch ein kleines Konzert geben sollte.

Zwanzig Teilnehmer kamen und genossen den Unterricht mit Viazovskiy und seinen vier jungen Assistenten Leonard Jungen, Alexey Malkine, Johannes Schrammen und Lukas Rinkens. Das sei schon eine ganz neue Erfahrung gewesen, „jemand anderem zu zeigen, wie man‘s spielt“, freute sich auch Rinkens, gerade erst mit einem zweiten Preis vom Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ geehrt, über die gelungene Umsetzung der Idee seines Lehrers.

Zwei Stücke spielte das Orchester schließlich im Rondell für sein kleines Publikum. „El Choclo“ und „La Bamba“ lauteten die Titel der Kompositionen, die ein Freund Viazovskiys ihm eigens für dieses Projekt neu bearbeitet hatte. „Es ist kaum zu glauben. Das hätte ich nicht gedacht!“, war auch der Initiator und Dirigent nach der kleinen Aufführung restlos begeistert. Aber nicht nur er. Mit dabei war auch Angelika Dohmen. „Ich war aufgeregt“, erzählte die 65-Jährige, als sie einräumte, nie zuvor Gitarre gespielt zu haben. „Es hat Spaß gemacht!“, lautete ihr Fazit.

Nicht ganz ohne Vorerfahrung nahm Matthias Witt teil. Seit sechs Monaten ist der 66-jährige Schüler von Viazovskiy. Seine Tochter Nadine Israel habe den Enkel zur Früherziehung gebracht und nicht immer nur auf ihn warten wollen, erzählte er. Also lernt sie nun in der Zeit, Gitarre zu spielen, was dann auch den Opa auf die Idee brachte, es ihr gleich zu tun. Und so sind mittlerweile aus dieser Familie gleich drei Generationen an der Jugendmusikschule aktiv und beweisen, dass dieses Hobby keine Altersgrenze kennt.

Roman Viazovskiy, der im Ensemble mit seinen Schülern zum Abschluss noch einen kleinen Einblick in seine Ausbildungsarbeit gab, war am Ende rundherum zufrieden. Für alle gab‘s aus der Hand des stellvertretenden Schulleiters Jörg Hartig ein kleines Teilnehmerzertifikat, und Viazovskiy kündigte eine Wiederholung des Projekts an. Schon ab September soll zudem an der Schule eine neue Ensemble-Gruppe für Gitarristen angeboten werden. „Auch für meine Schüler ist es immer wieder eine gute Erfahrung, in einer Gruppe zu spielen“, erklärte er.

(anna)