Hückelhoven: Spannend und unorthodox: Fotografien im Alten Rathaus

Hückelhoven: Spannend und unorthodox: Fotografien im Alten Rathaus

„Wer das Leben liebt, lässt den Alltag tanzen“, so ist die Ausstellung der beiden Fotografen Lutz Laumen und Andreas Wind überschrieben, die im Alten Rathaus in Ratheim eröffnet wurde und noch bis Sonntag, 22. März, von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Die gut 30 teils großflächigen Fotografien der beiden Künstler beschäftigen sich fast ausschließlich mit der Schönheit der Frauen. In seiner Begrüßung der zahlreich erschienenen Besucher relativierte Canthe-Vorsitzender Hans Latour das Thema der Ausstellung: Das Leben könne man auch lieben, wenn einem nicht nach Tanzen zumute sei.

Musikalisch führte Dr. Burkhard Ollertz ein in die Ausstellung mit einem Flötensolo des deutschen Komponisten koreanischer Abstammung Isang Yun über den weisen Salomo, dessen ungewohnte Töne geradezu zur meditativen Vorbereitung in die Ausstellung zwangen.

In diese führte Maria Riga ein, Galeristin aus den USA und von Beruf Soziologin, die seit vielen Jahren mit Lutz Laumen befreundet ist. Sie stellte zunächst die künstlerischen Lebensläufe der beiden Aussteller vor: Lutz Laumen füge seiner bisherigen Vorliebe, Naturlandschaften und Bruchbauten dokumentarisch zu fotografieren, tanzende Frauenfiguren hinzu. Das ästhetische Ergebnis der Inszenierung, im Unterschied zur Dokumentation, wirke harmonisch und spannend.

Andreas Wind sei Autodidakt aus Überzeugung, und dies nicht erst seit der Zeit, in der auf der Biennale von Venedig (2013) die Autodidakten gefeiert würden. Jahrelang und parallel zu seinem Beamtenberuf auch als Musiker tätig, vermittele er in seinen Frauenfotografien das Harmonische, das in dem von ihm gewollten quadratischen Rahmen durchbrochen werde. Seine unorthodoxen Bildschnitte seien ein spannendes Erlebnis.

Bei beiden Fotografen werde kunstvoll die Schönheit auf schwarz-weißen oder hell-dunklen Kontrasten präsentiert, wo sowohl die symbolischen wie auch die allegorischen Aspekte vorhanden seien, sagte Riga. So würden sich die in der Ausstellung gezeigten Fotografien auch mit Erfolg distanzieren von den Frauenbildern, die aus der Werbereklame bekannt sind. Und die Absicht der Fotografen, die Schönheit der Frauen zu belichten, sei durch das ästhetische Ergebnis belohnt worden.

Es hätten sich in der Ausstellung zwei gefunden, die trotz aller Unterschiedlichkeit viele Gemeinsamkeiten aufwiesen, so dass von einer harmonischen Ergänzung gesprochen werden könne, so Maria Riga.