Wegberg-Rickelrath: Sommerfest in Rickelrath: Birke als Symbol des Friedens

Wegberg-Rickelrath: Sommerfest in Rickelrath: Birke als Symbol des Friedens

Ob nun die Wangen vom strahlenden Sonnenschein gerötet waren oder vom Eifer für die anstehende Arbeit ließ sich letztlich nicht klären. Die Kinder, die auf dem beschaulichen Rickelrather Dorfanger emsig malten, waren jedenfalls mit Begeisterung bei der Sache. Und die Sache war eine wirklich große Sache, denn was gibt es größeres als Frieden?

Symbole für den Friedensbaum entstanden unter den Händen der jungen Maler, Friedenstauben und Herzen, Peace-Symbole und Victory-Zeichen, mal mehr, mal weniger bunt. In den Ästen einer meterhohen Birke fanden die bunten Friedenszeichen ihren Platz und es waren schon ein paar starke Männer nötig, um den Baum aufzurichten.

Hier wird eifrig gebastelt: Friedenstauben, Herzen, Peace-Symbole für den Friedensbaum. Foto: mb

Jetzt steht der Friedensbaum auf dem Rickelrather Dorfanger und jedes der kleinen Kunstwerke ist eine Aufforderung zum Handeln für den Frieden. Eine spontane Idee sei es gewesen, beim Sommerfest einen Friedensbaum zu errichten, erläuterte Armin Jackels vom Verein Angerdorf Rickelrath. Und ein wenig stolz fügte er hinzu: „Denn wir waren das erste Dorf in Deutschland, dass die Brüsseler Erklärung ‚Pledge to Peace‘ im Juni unterzeichnet hat.“

Gegründet 2011 durch das Europäische Parlament in Brüssel soll „Pledge to Peace“ öffentliche und private Einrichtungen zu Aktionen veranlassen, die zum Ziel haben, eine Welt des Friedens und des Wohlstands zu schaffen. Das Sommerfest, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand, ist selbstverständlich immer eine friedliche, fröhliche Veranstaltung, an der sich alle Rickelrather Vereine beteiligen. Leckeres vom Grill und ein grandioses Kuchenbuffet zieht Rickelrather und ihre Gäste auf den idyllischen Dorfanger.

Improvisationstheater

Liebevoll und ideenreich hatte die Frauengemeinschaft das Festzelt geschmückt und am Samstag zu einer Rheinischen Kaffeetafel eingeladen. „Und wundern Sie sich nicht über das Personal“, hatten die Damen vorsichtshalber an die Kopfwand des Zeltes geschrieben. Denn das Personal bot neben vielen Leckereien auch Improvisationstheater der Extraklasse. Oberbürgermeister Wöller (Claudia Hecker) war mit Gattin und Tochter Babette angereist und suchte unter den Kaffeetafelgästen einen Mann für seine Tochter, die „Zimtzicke“. Jede Menge Spaß hatten Personal und Besucher, hier, wo jeder jeden kennt und eben auch weiß, dass die „Zimtzicke“ gerade ihren eigenen Mann als Bewerber ausschließt. „Der ist zu alt.“

Es sollte der einzige Wermutstropfen beim Sommerfest bleiben, dass Babette nicht „an den Mann“ gebracht werden konnte. Sonst allerdings war alles perfekt: Wetter, Getränkenachschub, Besucherzahl und Kinderspaß. Denn auf die Unterhaltung der kleinen Gäste hatten die Veranstalter besonderen Wert gelegt.

Das Sommerfest endete mit der großen Siegerehrung zur Kinderolympiade mit den Disziplinen Eierlaufen und Sackhüpfen, Hufeisen werfen und Seil ziehen. Eilig wurden die zur Sicherung des Bobby-Car-Parcours eingesetzten Strohballen zum Siegerpodest aufeinandergestapelt und jedes teilnehmende Kind erhielt für seinen großartigen Einsatz eine Medaille. Wie hatte Claudia Hecker gesagt: „Gelebter Frieden.“

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