Wegberg: Sie sprechen, als würden sie aus der Antike kommen

Wegberg: Sie sprechen, als würden sie aus der Antike kommen

Wer kennt sie nicht, die Bücher von Mary Pope Osborne über die Geschwister Anne und Philipp, die mit dem magischen Baumhaus der Zauberin Morgan quer durch alle Zeiten reisen. Die beiden Kinder lösen Rätsel, helfen den Menschen, denen sie begegnen, und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden.

Angelehnt an die Erlebnisse von Anne und Philipp drehte der Begabung-Plus-Kurs Latein von Lateinlehrerin Christina Reinhardt seit Anfang des Schuljahres am Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg einen Film für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen in Latein. Dazu kombinierten die zehn Teilnehmerinnen des Kurses Geschichten aus der antiken Mythologie mit den Abenteuern von Anne und Philipp.

Werk von Ovid

Die Schülerinnen wählten hierzu aus den „Heroides“, einem Werk des lateinischen Dichters Publius Ovidius Naso (kurz: Ovid), drei lateinische Briefe von unglücklichen Frauen an ihre abwesenden Männer beziehungsweise Liebhaber aus. Ovid lässt in seinen erdachten „Briefen von Heldinnen“ verschiedene Frauen aus der antiken Mythologie über ihr tragisches Schicksal berichten.

Die Idee des B+-Kurses bestand darin, dass Anne und Philipp während ihrer Zeitreisen im Auftrag der Seherin Morgan einigen verzweifelten Frauen zu ihrem Glück verhelfen sollen, indem sie in die Handlung der Geschichte eingreifen. Gedreht wurde in einem richtigen Baumhaus, im Erker eines Hauses in Beeck, am Weiher an der Mühle hinter der Schule und sogar auf der Insel Sardinien. Die Schauspielerinnen lernten ihren Text auswendig und unterhielten sich vor der Kamera auf Lateinisch, als kämen sie selbst mitten aus der Antike.

Im Frühjahr überzeugten sie die Jury des Bundessprachenwettbewerbs „Bildung und Begabung“ zunächst in Köln auf Regionalebene und danach sogar in Soest auf Landesebene mit ihrem Film.

Lehrerin Christina Reinhardt selbst ist langjähriges Mitglied der Regionaljury des Bundessprachenwettbewerbs für den Regierungsbezirk Köln und weiß, wie groß die Konkurrenz gerade im Fach Latein ist. Umso beeindruckender ist es, dass die Gruppe aus Wegberg einen ersten Platz auf Landesebene errungen hat. Kürzlich reisten die zehn Landessiegerinnen zusammen mit ihrer Lehrerin nach Voerde, um dort bei der Siegerehrung des Bundessprachenwettbewerbs vom Deutschen Altphilologenverband NRW ihren Preis zu erhalten.

Ein großes Lob

Herr Dr. Nikolaus Mantel lobte die „fehlerfreie“ lateinische Sprache und die Lebendigkeit des Lateinischen in dem Film. Er kehrte die Kreativität der Schülerinnen aus Wegberg hervor und betonte: „Durch euch sieht man, dass das Lateinische nichts an seiner Lebendigkeit verloren hat und Spaß machen kann.“ Eine Berechtigung des Schulfaches Latein auch und gerade in unserer modernen Zeit bestehe nach wie vor.

Neben Vertretern des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes waren auch die wichtigsten Sponsoren des Bundessprachenwettbewerbs, die Elisabeth-Lebek-Stiftung und der Gerhard-Kneißler-Fonds, anwesend und ehrten alle Dritt-, Zweit- und Erstplatzierten im Einzel- wie auch im Gruppenwettbewerb