Seniorenzentrum Wegberg arbeitet mit Tovertafel

Förderung : Tovertafel bringt Licht in die Demenz

Eine Innovation begeistert die Bewohner und Mitarbeiter im Seniorenzentrum Wegberg. Die Tovertafel fördert die kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit Demenz durch Licht und Farbe.

Michael Stock, Bürgermeister der Stadt Wegberg, staunt nicht schlecht, als er im Seniorenzentrum Wegberg die Menschen mit Demenz im Umgang mit der Tovertafel beobachtet. „Diese Spielelösung ist ein wirklich außergewöhnliches Angebot“, sagt Michael Stock begeistert.

Stock sitzt mit den Bewohnern am Tisch und lässt mit seinen Händen Seifenblasen platzen. „Ich bin erstaunt, die interaktiven Lichtprojektionen reagieren wirklich blitzschnell auf Berührung. Diana Lennertz, Leitung Sozialtherapeutischer Dienst, zeigt dem Bürgermeister an diesem Tag die „Tovertafel“. „Das ist eine niederländische Pflegeinnovation, die ältere Menschen in der mittleren und späten Phase von Demenz, in ihrer physischen und kognitiven Aktivität stimuliert und soziale Interaktion fördert“, sagt Lennertz.

Die Seifenblasen, die Stock und die Bewohner fangen, sind keine echten Seifenblasen. Sie werden von einem Kasten, der an der Decke hängt, auf den Tisch projiziert. Der Kasten das die eigentliche „Tovertafel“, was aus dem Niederländischen übersetzt Zaubertisch heißt. Verschiedene Spiele, wie das Platzen von Seifenblasen, fliegende Schmetterlinge, Herbstlaub, das gekehrt werden kann oder sich vergrößernde Blumen, werden auf einem Tisch abgebildet und reagieren auf Hand- und Armbewegungen. Der Zaubertisch bringt sprichwörtlich Licht und Farbe in das Leben mit Demenz: Die Spiele schaffen eine heitere und entspannte Atmosphäre und eignen sich nicht nur als selbstständige Einzelaktivität, sondern sorgen auch für wertvolle Interaktion mit Angehörigen und Betreuern.

 Entwickelt wurde die Tovertafel in einem vierjährigen Prozess, im Rahmen der Doktorarbeit von der Niederländerin Hester Le Riche an der Technischen Universität Delft und der Freien Universität Amsterdam. Inzwischen ist die niederländische Innovation in mehr als 2000 Pflegeeinrichtungen in ganz Europa installiert. „Es gibt keine Regeln, kein Falsch und kein Richtig. Das Spiel sorgt allein für Spaß, Freude und Wohlempfinden“, sagt Diana Lennertz.

„Durch die kontinuierliche Abgabe von sensorischen Reizen wird die Aufmerksamkeit der Bewohner immer wieder auf das Spiel gelenkt. Das fördert die kognitiven Fähigkeiten“, erklärt sie. Eins steht fest: Die Tovertafel wird im Seniorenzentrum noch oft auf den Tisch kommen.